Öffentlicher Verkehr: „Besserer Takt möglich“. Grünen-Verkehrssprecherin Amrita Enzinger fordert 15-Minuten-Takt der Schnellbahnlinie. Zukauf bei ÖBB würde Land Niederösterreich 1,1 Million Euro/Jahr kosten.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. Oktober 2014 (07:05)
NOEN, Symbol/Archiv
Eine dichtere Vertaktung der Schnellbahnlinie wünscht sich die Grünen-Verkehrssprecherin Amrita Enzinger.

Die Grünen gelten als Befürworter des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs. Jetzt fordert Grünen-Verkehrssprecherin Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger eine Verdichtung der Schnellbahn-Linie 1 zwischen Gänserndorf und Wien auf einen 15-Minuten-Takt.

„Das Land steckt viel Geld in den Straßenbau aber viel zu wenig in den öffentlichen Verkehr“, ärgert sich Enzinger. Im Rahmen eines Optionenvertrages könnte das Land Niederösterreich die neue Taktung um einen Preis von 1,1 Millionen Euro pro Jahr hinzubestellen. „Dies müsste aber bis Dezember erfolgen“, erklärt Enzinger gegenüber der NÖN.

Verdichtung keine realistische Option

Vonseiten des Landes Niederösterreich verweist Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka direkt an den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Die VOR ist nämlich zuständig für die Verkehrsdiensteverträge mit der ÖBB. Dabei erteilt VOR-Pressesprecher Georg Huemer den Plänen von Enzinger eine klare Absage: „So wünschenswert ein solches Projekt auch sein mag: Die Verdichtung auf einen Viertelstunden-Takt ist derzeit aus betrieblichen Gründen keine realistische Option.“

Grund dafür ist laut Huemer, dass sich die Stammstrecke ab Floridsdorf jetzt schon an der Kapazitätsgrenze befindet. „Wir können daher völlig unabhängig von finanziellen Überlegungen heraus, kein entsprechendes ,Paket‘ bei einem Verkehrsteilnehmer zukaufen“, so Huemer. Aufgrund der Auslastung sieht der VOR-Pressesprecher auch einen Erfolg für den öffentlichen Verkehr: „Dass wir keinen Zug in die Strecke mehr bekommen, ist ein Erfolg für den öffentlichen Verkehr.“

Ärger rufen die Aussagen von Huemer bei der Grünen-Verkehrssprecherin hervor: „Der Flaschenhals Floridsdorf wird gerne als Ausrede genannt. Die Verdichtung der S-Bahn Linie wäre über Stadlau bis zum Wiener Hauptbahnhof ohne Probleme möglich.

ÖBB-Pressesprecher: „Vertaktung auf 15 Minuten möglich“

Ähnlich sieht es auch ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif: „Eine Vertaktung der Schnellbahnlinie von Wien nach Gänserndorf auf 15 Minuten wäre über Stadlau möglich“. Angesprochen auf die Chance des Zukaufes vonseiten des Landes erklärt Seif, dass es die Möglichkeit der Beauftragung von zusätzlichen Zügen auf Basis der Planung gibt.

„Zusätzliche Leistungen können generell zu einem besseren Modal-Split auf den nach Wien einströmenden Verkehrsrelationen führen“, informiert Seif und fügt hinzu: „Aktuell gibt es aber keine zusätzliche Leistungsbestellung für die Strecke von und nach Gänserndorf.“

Während Enzinger weiterhin hofft, dass diese Bestellung noch erfolgt, betont sie aber auch, die Notwendigkeit der Leistbarkeit des öffentlichen Verkehrs: „Ein 365-Euro-Ticket würde bei den Menschen einen Zustrom zum öffentlichen Verkehr auslösen. Wie gut solche Aktionen angenommen werden, hat man zuletzt beim Top-Jugendticket gesehen.“