Paukenschlag: Aus für den Lagerhaus-Agrarhandel. Unmut und Frust herrschen unter den Bauern in Gänserndorf und Umgebung. Grund: Das Lagerhaus Gänserndorf soll den Agrarhandel schließen, das Gelände verkauft werden. Ein Landwirt, Lieferant und Mitglied der Genossenschaft zur NÖN: „Wir wurden erst kürzlich informiert.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 16. Dezember 2020 (14:57)
Das Gelände des Raiffeisen-Lagerhauses Marchfeld in Gänserndorf – der Agrarhandel soll geschlossen, das Gelände verkauft werden. Unter den Landwirten regt sich Unmut.
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Schon morgen, Donnerstag, soll eine Sitzung stattfinden, wo über das weitere Schicksal des Standortes entschieden werden soll. Es geht um das Gelände in der Lagerhausstraße, speziell um den Agrarhandel. Getreide und andere Feldfrüchte, die bislang dort von den Landwirten angeliefert wurden, sollen dem Vernehmen nach auf andere Standorte umgeleitet werden.

Ein Bauer (Name der Redaktion bekannt) berichtet: „Die Information kommt kurzfristig, ein paar Tage vor Weihnachten. In diesen wenigen Tagen ist es uns nicht möglich, eine rechtliche Prüfung zu beauftragen und Erhaltungsstrategien auszuarbeiten.“ Es sei dasselbe Schema wie mit der Werkstätte vor zwei Jahren. Auch hier wären Schließungsgedanken nur sehr kurzfristig und ebenfalls einige Tage vor Weihnachten laut geworden. „Heute ist die Werkstätte profitabel“, betont der Landwirt.

Telefonate mit Funktionären hätte es schon gegeben, allerdings seien diese fruchtlos geblieben. „Wir fordern zwei Jahre Zeit, um die Möglichkeit zu haben, den Standort wieder attraktiv zu machen“, so der Bauer, der neben Lieferant auch Genossenschaftsmitglied ist. „Das Lagerhaus als Genossenschaft sollte doch die Mitglieder unterstützen“, betont der Landwirt.

Der Standort Gänserndorf gehört zum Raiffeisen-Lagerhaus Marchfeld. Die NÖN fragte bei Geschäftsführer Rudolf Brandhuber nach. „Es gibt Gespräche im Vorstand, mehr kann ich dazu nicht sagen“, so die knappe Antwort.

Das Gelände in der Lagerhausstraße neben dem Bahnhof dürfte für potenzielle Käufer durchaus interessant sein. Es handelt sich um ein riesiges Areal im zentralen Bereich der Stadt Gänserndorf gegenüber dem Bahnhof. Die Schließungsgedanken erregen jedenfalls den Unmut der Landwirte. „Jetzt soll ich bis Obersiebenbrunn oder Mannersdorf fahren“, so ein Bauer aus dem Nahbereich. Ein anderer Landwirt äußert seinen Ärger in nicht druckfähigen Zitaten. Und ein dritter meint: „Da werden wohl mehr in die Rickl-Mühle fahren.“