Politik ade: Plessl wieder „Kieberer“. Ehemaliger SP-Nationalrat aus Gänserndorf muss nach Wahlschlappe zurück in seinen Brotberuf.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 23. Oktober 2019 (05:00)
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Rudolf Plessl (51) fungierte von 2006 bis 2016 als Bürgermeister von Untersiebenbrunn. Zuvor war er hauptberuflich als Kriminalpolizist tätig. Am 28. Oktober 2008 zog Plessl für die SPÖ ins Parlament ein, dem er bis heute angehört.
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Die Politik ist brutal, die Mandate sind nur „geborgt“. Dies musste nun auch Rudolf Plessl schmerzhaft erfahren. Nachdem der Gänserndorfer den Wiedereinzug ins Parlament nicht schaffte (die NÖN berichtete), bleibt dem 52-Jährigen nichts anderes übrig, als in seinen Brotberuf zurückzukehren – vor seiner politischen Laufbahn war der rote Genosse Beamter bei der Wiener Kriminalpolizei.

„Ein Lebensabschnitt ist beendet“, nimmt es Plessl im NÖN-Gespräch augenscheinlich gelassen. Zehn Jahre lang war er Bürgermeister in Untersiebenbrunn und elf Jahre Nationalrat. Und jetzt? „Jetzt mache ich einmal Urlaub, dann schauen wir weiter.“ Erste Gespräche mit den Verantwortlichen bei der Wiener Polizei hat Plessl bereits geführt: „Man wird sehen, wo ich eingesetzt werde.“

"Es wird eine neue Herausforderung"

15 Jahre lang arbeitete Plessl bei der Kripo Wien, davor war er als Uniformierter tätig. Begonnen hatte er 1982 bei der Polizei. Während seiner politischen Karriere war er dort außer Dienst gestellt, somit kann er auch wieder zurück: „Es wird wieder eine neue Herausforderung, der ich mich stellen werde.“ Nachsatz: „Ich war nie einer, der sich zurückgelehnt hat, sondern jemand, der immer aktiv an die Dinge herangegangen ist.“

Alles, was er jemals beruflich getan hatte, hatte seinen eigenen Reiz, betont der Gänserndorfer. Auch eine Rückkehr in die Politik schließt er nicht kategorisch aus. Wird er vielleicht für den Gemeinderat in Gänserndorf kandidieren? Plessl lacht: „Jetzt brauche ich einmal eine Nachdenkphase. Bis zur Wahl im Jänner ist ja noch Zeit.“

Ein Mandat im Bundesrat ist auf jeden Fall kein Thema, dafür habe ihn die Partei gar nicht vorgeschlagen. Plessl bedankt sich abschließend noch einmal bei allen, die ihn im letzten Nationalrats-Wahlkampf so tatkräftig unterstützten: „Ohne sie hätte ich nicht 3.450 Vorzugsstimmen bekommen. Leider waren es eben ein paar zu wenig.“ 462 Stimmen fehlten.

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