Rauch sorgt für Zündstoff. Stadt gespalten: Die einen wollen, dass in Cafés und Restaurants überhaupt nicht mehr gequalmt wird, die anderen wollen sich so ein Verbot nicht aufzwingen lassen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:45)
Gastronom und E-Zigaretten-Händler Robert Prager (2.v.r.) mit Lebensgefährtin Daniela Cisar sowie den Mitarbeitern Martin Batik (l.) und Mario Savic.
NOEN, Schindler

Das Thema Rauchverbot in der Gastronomie beschäftigt natürlich auch die Gänserndorfer. Hört man sich in der Bevölkerung, bei Ärzten, betroffenen Unternehmern und in der Lokalpolitik um, so werden schnell zwei unterschiedliche Lager ausgemacht: Das eine, das den blauen Dunst generell verteufelt, und das andere, das zu mehr Selbstbestimmung bzw. Eigenverantwortung aufruft.

Wie lief eigentlich das von der Ärztekammer und der Krebshilfe initiierte Volksbegehren „Don’t Smoke“ in der Bezirkshauptstadt? VP-Bürgermeister René Lobner: „Am Anfang gab es ja bekanntlich technische Probleme. Speziell am Dienstag, am langen Öffnungstag, war der Andrang groß.“ Konkrete Zahlen wurden im Rathaus nicht genannt. Mehrere hundert Unterschriften werden es aber wohl gewesen sein.

Kann Lobner nachvollziehen, dass die Bundesregierung das bereits beschlossene Gesetz zum generellen Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai kippen will? „Dass das Rauchen nicht gesund ist, weiß jeder. Ob man das Thema aber über die Gastronomie lösen kann, ist fraglich. Das Ganze ist ein sehr schwieriges Thema. Wo fängt man bei den Verboten an und wo hört man auf? Wir wissen auch, dass Alkohol, fettes Essen und zu viel Schokolade schädlich sind.“

Lobner: „Seit Jahren ein Tohuwabohu“

Was den Bürgermeister aber am meisten ärgert, ist der Umstand, dass es beim Thema Rauchverbot „seit Jahren ein Tohuwabohu gibt“. Mit diesem Zickzack-Kurs habe man der Gastronomie nichts Gutes getan. Für Lobner steht eines auf jeden Fall fest: „Wenn es ein erfolgreiches Volksbegehren gibt, dann muss dieses auch entsprechend abgehandelt werden.“

Einer, der vom Rauchverbot doppelt betroffen wäre, ist Gastronom Robert Prager. Er betreibt nicht nur das Gasthaus Ziegelofen auf der Protteser Straße, sondern auch einen Dampfer-Shop auf der Bahnstraße. Im NÖN-Gespräch macht er seinem Unmut Luft: „Als Unternehmer möchte ich allein die Wahlfreiheit haben. Es ist befremdend, dass mir irgendjemand vorschreibt, was in meinem Lokal erlaubt ist und was nicht.“

Obwohl er aufgrund der Größe seines Gasthauses gesetzlich gar nicht musste, schuf Prager freiwillig einen Nichtraucher- und einen Raucherbereich: „Das muss doch reichen. Damit sind alle zufrieden.“ Besonders sauer stößt dem Unternehmer aber auf, dass Raucher und Dampfer gesetzlich gleichgestellt sind: „Obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass es bei E-Zigaretten keine Passivbelastung gibt.“

Ein Dampfer atmet lediglich gewöhnliches CO aus, somit würde in der Gastronomie niemand dadurch belästigt oder geschädigt werden, betont Prager: „Alle giftigen Stoffe, die beim Verbrennen einer Zigarette entstehen, gibt es beim Dampfen nicht.“ (Siehe auch Bericht in der NÖN-Landeszeitung).

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