Rotes Kreuz: Eine statt zwei Bezirksstellen. Die Rotkreuz-Bezirksstellen Gänserndorf und Marchegg fusionieren. Auch die Dienststelle Lassee kommt zu Gänserndorf. Neue Einheit wird 60.000 Menschen versorgen.

Von Thomas Schindler. Update am 06. Dezember 2020 (17:42)
Marcheggs Bezirksstellenleiter Johann Feigl (er zieht sich zurück), Präsident Josef Schmoll und Gänserndorfs Bezirksstellenleiter Thomas Hasenberger nach der offiziellen Beschlussfassung im August 2020.
Rotes Kreuz

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Mit 1. Jänner fusionieren die Rotkreuz-Bezirksstellen Gänserndorf und Marchegg zur neuen Bezirksstelle „Gänserndorf-Marchegg“. Der Beschluss dazu wurde nach einem gemeinsamen Antrag der beiden Bezirksstellen im August 2020 getroffen und bis jetzt der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt.

Warum? „Wir hatten damals kurz überlegt, aber dann entschieden, das Ganze erst im Dezember bekannt zu geben“, erklärt Gänserndorfs Rotkreuz-Geschäftsführer Wolfgang Antos im NÖN-Gespräch. Er wird künftig die Geschäfte der vergrößerten Bezirksstelle führen. Auch Bezirksstellenleiter Thomas Hasenberger (ehrenamtliche Funktion) bleibt erhalten. Sein Marchegger Pendant Johann Feigl zieht sich altersbedingt zurück. Einen eigenen Geschäftsführer in Marchegg gibt es nicht.

„Die Fusion ist ein logischer Schritt, um noch effizienter zusammenarbeiten zu können.“Wolfgang Antos, Gänserndorfs Rotkreuz-Geschäftsführer

Ab Jänner versorgt die neue Bezirksstelle etwa 60.000 Menschen im Bezirk. Dann wird es fünf Standorte geben: Deutsch-Wagram, Engelhartstetten, Gänserndorf (Verwaltungssitz), Lassee und Marchegg. „Die Kooperation zwischen den beiden jetzigen Bezirksstellen läuft schon seit vielen Jahren sehr gut“, betont Antos. Einige Dienstleistungen werden jetzt schon gemeinschaftlich organisiert: „Die Fusion ist daher ein logischer Schritt, um noch effizienter zusammenarbeiten zu können.“

Von Einsparungsmaßnahmen will man offiziell nicht sprechen, dafür wird das Wort Synergieeffekte ordentlich strapaziert. Die sechs Angestellten und fünf Fahrzeuge des Roten Kreuzes Marchegg wandern auf jeden Fall nach Gänserndorf – zumindest auf dem Papier. Die Dienststelle Marchegg bleibt ja bestehen.

Übrigens: Neben der neuen Gänserndorfer Bezirksstelle wird es jene in Zistersdorf und jene in Groß-Enzersdorf weiterhin als autonome Bezirksstellen geben. Die einzige Änderung: Die Dienststelle Lassee, die derzeit Groß-Enzersdorf zugeordnet ist, kommt ebenfalls nach Gänserndorf.