SP-Stadtrat Christian Worlicek tritt nun ab. Noch-Stadtrat Christian Worlicek wird dem künftigen Gemeinderat nicht mehr angehören. 18 Jahre saß er im Stadtparlament. Im NÖN-Gespräch blickt er zurück.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 26. Februar 2020 (05:01)
Christian Worlicek (54) hat bald mehr Zeit für die Familie und seinen Brotberuf bei der OMV.
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18 Jahre saß er im Gemeinderat, dem künftigen Stadtparlament wird der SPÖ-Politiker aber nicht mehr angehören: Die Rede ist von Christian Worlicek, zuletzt Stadtrat für öffentliche Einrichtungen. „Jetzt ist eine gute Gelegenheit abzutreten. Nachdem unsere Partei in Zukunft nur zwei statt drei Stadtratsposten hat, ist mir die Entscheidung noch leichter gefallen.“

Rückblick: Es war im Jahr 2002, als der damalige SP-Bürgermeister Johann Karl an Worlicek herantrat und ihn fragte, ob er Gemeinderat Roland Haas ersetzen wolle, der berufsbedingt aus dem Gemeinderat ausgeschieden war. Worlicek, hauptberuflich im IT-Management der OMV tätig, sagte zu. Mitte 2012 stieg er zum Stadtrat auf. Der gebürtige Hohenauer, der seit 1994 in Gänserndorf lebt, übernahm das Finanzressort von seinem Parteifreund Ernst Escher, der sich aus der Politik verabschiedete.

60 bis 70 Stunden im Monat

Im NÖN-Gespräch zieht Worlicek Bilanz: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Politik hat mir immer Spaß bereitet.“ Man dürfe aber nicht vergessen, dass das Amt eines Stadtrates viel Zeit benötige: „Ich hatte mir damals als Finanzstadtrat einmal Notizen gemacht – 60 bis 70 Stunden im Monat musste ich für das Amt aufwenden, und das neben meinem Vollzeitjob bei der OMV. Das ist schon eine Belastung.“

Dazu kam noch die Arbeit als Gänserndorfer SPÖ-Parteichef, diese Funktion hatte Worlicek von 2006 bis 2017 inne. „Künftig habe ich auf jeden Fall mehr Zeit für die Familie und meinen Job bei der OMV. Ich gehe auch nicht im Bösen und stehe der SPÖ bei etwaigen Fragen mit Rat und Tat zur Seite“, so der 54-Jährige abschließend.