Streit: 75-Jähriger zückte Taschenmesser. Ein Gänserndorfer (75) wurde wegen schwerer Nötigung eines Autofahrers (25) zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 28. November 2017 (08:44)
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Taschenmesser Symbolbild
Symbolbild

„Auf mein Hupen hat er nicht reagiert, schob einfach zurück und fuhr seelenruhig in die Parklücke. Er wäre mir reingefahren, hätte ich nicht so schnell den Rückwärtsgang eingelegt. Ich wollte ihn wegen des rücksichtlosen Verhaltens zur Rede stellen, stieg aus und klopfte gegen sein Fenster. Er ignorierte mich, da bin ich weg. Gegen die Tür habe ich nicht getreten, wie er jetzt behauptet“, schildert ein Weinviertler (25) die erste Begegnung mit einem 75-jährigen Autofahrer am Parkplatz eines Supermarktes in Deutsch-Wagram.

Dann sei jeder seiner Wege gegangen, bis es 15 Minuten später erneut zu einer Begegnung gekommen sei: „Er kam mir am Parkplatz entgegen. Auf gleicher Höhe stoppten wir die Wägen. Dann stieg er aus und kam auf mich zu. Er zückte ein Messer und versuchte dann, durch das offene Messer auf mich einzustechen. Ich bin ausgewichen, habe mich zur Seite geworfen und blieb zum Glück unverletzt“, schildert der Weinviertler.

„Ich habe das Messer nur gezogen, um ihn einzuschüchtern, dass er nicht aussteigt. Ich bin ein mehrfacher Großvater und er ist ein junger, kräftiger Mann. Ich habe keine Stichbewegungen durch das Fenster ausgeführt“, beteuert der 75-Jährige und leugnet die Absicht, dass er den Fahrer verletzten wollte.

„Dies stellt den Tatbestand einer schweren Nötigung dar“, befindet der Schöffensenat und verhängt über den bislang unbescholtenen 75-Jährigen aus Gänserndorf eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe. Rechtskräftig.