Streit um Abriss der Synagoge geht weiter. Die Gemeinde will die Gebäude abreißen und hat nun abermals eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Schutz durch das Bundesdenkmalamt eingereicht. Die Grünen sind empört.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 10. September 2021 (05:04)
440_0008_8170467_mar36stadt_synagoge.jpg
Die Gemeinde will die ehemalige Synagoge (Bild) sowie das benachbarte Rabbinerhaus schleifen und auf den Grundstücken Parkplätze errichten. Die Grünen wiederum fordern, dass die beiden Gebäude erhalten bleiben und „angemessen restauriert werden“.
Thomas Schindler

Das Tauziehen um den von der Gemeinde geplanten Abbruch der desolaten ehemaligen Synagoge auf der Bahnstraße (erbaut 1889) und des benachbarten Rabbinerhauses (erbaut 1908) geht weiter: Das Bundesdenkmalamt stellte die beiden Gebäude jetzt abermals unter Schutz, worauf die Gemeinde ein weiteres Mal das Bundesverwaltungsgericht anrief. Dieses muss die Beschwerde wieder prüfen.

Grünen-Fraktionschefin Beate Kainz ist mehr als sauer: „ÖVP-Bürgermeister René Lobner hat nun zum dritten Mal als ,Gemeinde‘ verhindert, dass der Denkmalschutz der beiden geschichtsträchtigen Gebäude umgesetzt wird.“

Bürgermeister: Gebäude sind nicht erhaltenswert

Dabei sei gesetzlich vorgesehen, die Gemeinde in das Denkmalschutzverfahren einzubeziehen. Parteienstellung im Verfahren haben der Bürgermeister und die Gemeinde. „Letztere kann von diesem Recht aber keinen Gebrauch machen, weil der Bürgermeister sie vereinnahmt hat“, poltert Kainz.

Lobner kontert: „Es gibt einen gültigen Beschluss des Gemeinderates, dass die beiden Gebäude abgerissen werden, weil sie unserer Ansicht nach nicht erhaltenswert sind. Meine Pflicht als Bürgermeister ist es, diesen Beschluss umzusetzen.“