Anrainer wegen Spinnen-Invasion in Angst. Giftige Dornfingerspinnen terrorisieren die Bewohner der Hochwaldstraße. Eine Frau wurde bereits gebissen – mit Folgen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 28. August 2019 (06:00)
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Sie sieht nicht nur gefährlich aus, sie ist es auch: Die Ammen-Dornfingerspinne, die derzeit in Gänserndorf-Süd die Anrainer in Angst und Schrecken versetzt. Hier sieht man ein Exemplar, das vor Ort fotografiert wurde.

„Wir haben hier seit einigen Wochen fast täglich mindestens eine Dornfingerspinne im oder vor dem Haus, im Auto, im Postkasten oder im Pool. Dort ertrinken auch jede Menge“, berichtet eine Bewohnerin der Hochwaldstraße im NÖN-Gespräch. Die Frau wurde kürzlich sogar gebissen: „Schmerzen, Fieber, Kreislaufbeschwerden – lustig war das nicht.“

Die Invasion der giftigen Krabbeltiere trat heuer erstmals auf. Warum, weiß niemand so recht. „Hinter unserem Haus befindet sich eine große Wiese, die ewig nicht gemäht wurde. Dort fühlen sich die Biester offenbar pudelwohl und vermehren sich wie verrückt“, vermutet die Gänserndorferin.

Gemeinde war der falsche Ansprechpartner

Sie habe sich auch schon hilfesuchend an die Gemeinde gewandt: „Dort sagte man uns, dass wir uns an den Besitzer des Grundstücks wenden sollen. Wer dies ist, dürfe man uns aufgrund des Datenschutzgesetzes aber nicht verraten.“ Die einzige Möglichkeit wäre, sich beim Gericht einen Grundbuchauszug zu besorgen. „Den müsste ich aber bezahlen“, was die junge Familienmutter nicht einsieht.

Sie will, dass sich eine Behörde, die den Grundeigentümer vielleicht auch zum Mähen seiner Wiese zwingen kann, mit dem Fall beschäftigt: „Dort sind das Gras und das Unkraut einen Meter hoch. Würde man die Fläche einmal im Jahr mähen, hätten wir vermutlich keine Probleme mit diesen Spinnen. Auch meine Nachbarn sind schon verzweifelt.“

Im Zuge der NÖN-Recherchen wurde klar, dass für solche Fälle die Bezirkshauptmannschaft (BH) zuständig ist, genauer ihre Naturschutzabteilung. Die BH empfiehlt den Bewohnern, sich zu melden. „Da haben wir schon verschiedene Möglichkeiten einzuschreiten. Das geht so weit, dass wir tatsächlich den Eigentümer des Grundstücks zum Mähen verpflichten können.“

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