Besitzer geschockt: Mieterin verwüstet Haus

Nach dem Auszug einer Mietnomadin in Gänserndorf muss der Vermieter Eigenheim renovieren. Dem Besitzer gelang es erst nach Monaten, die Mieterin zu delogieren.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 2 Min
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Die Mietnomadin hinterließ neben unbrauchbaren Matratzen, klebrigem Unrat und Hundehaaren sogar Kot auf und neben den Sanitäreinrichtungen.
Foto: privat

Die Zeit der Ungewissheit ist nun endlich vorbei: Thomas M. bekam den Schlüssel für sein Eigenheim in Gänserndorf-Süd – nach siebenmonatiger Vermietung an eine Frau – von der Anwaltskanzlei ausgehändigt. Was ihn dann auf seinem Grundstück erwartete, war allerdings mehr als schockierend.

Der Rasen war übersät mit Hunde- und Katzenkot, die Fliegengitter an den Fenstern waren zerrissen und beim Aufsperren der Haustür schlug einem beißender Gestank entgegen. Auf dem Fußboden und in den Kleiderkästen lagen büschelweise übel riechende Fellhaare, das WC war innen und außen mit Kot verschmutzt, in den Küchenkästen klebten Soßenreste und sogar die Wände waren mit Fettspritzern und Schmutzschlieren verunreinigt.

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Frau überwies nur noch die Hälfte der Miete

Wie kam es zu diesem Desaster? Ende Mai meldete sich eine Mietinteressentin. Sie besichtigte das kleine Häuschen mit dem großen Garten, leistete sofort eine Baranzahlung und bezog ihr neues Domizil. Zwei Monate später überwies die Frau nur noch die Hälfte der Miete. Auf Nachfrage des Vermieters erklärte sie, dass der Mietpreis ihres Erachtens zu hoch angesetzt sei. Weiters verweigerte sie dem Vermieter den Zugang zu seinem Eigenheim.

Dieser wandte sich sofort an einen Anwalt, der Mitte August eine Mietzins- und Räumungsklage einbrachte. Bis der Vermieter jedoch sein Eigentum wieder betreten konnte, vergingen fünf weitere bange Monate.

Tipp: Mietvertrag von Rechtsanwalt aufsetzen lassen

Wie kann man so etwas eigentlich verhindern? Die NÖN fragte bei der Gänserndorfer Rechtsanwältin Helga Rettig-Strauss nach. Sie erklärt: „Der Vermieter sollte beim zukünftigen Mieter die Erlaubnis einholen, dass er dessen Vor-Vermieter kontaktieren darf, und er sollte sich die Gehaltszettel der letzten drei Monate vorlegen lassen. Ratsam wäre außerdem, den Mietvertrag von einem Rechtsanwalt aufsetzen zu lassen.“

Von großer Bedeutung sei ein rasches Vorgehen, wenn der Mietzins das erste Mal nicht fristgerecht bezahlt wird. Es sollte nur eine kurze Nachfrist gewährt werden. Sollte die Zahlung nicht eintreffen, müsse ein Anwalt aufgesucht werden.

„Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass der Rückstand nie höher als die erlegte Kaution ist, sonst kann es sein, dass der Vermieter sogar noch Abgaben leisten muss, die eigentlich der Mieter zu zahlen gehabt hätte“, warnt die Juristin.