Emmauskirche: Muss der Turm weg?. Fundament der Kirche in Gänserndorf ist in schlechtem Zustand. Sanierung kostet etwa 25.000 Euro. Im Notfall muss Glockenturm demontiert werden.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:12)
Das Fundament des Glockenturms zerbröselt langsam, aber stetig. Jetzt muss die Bodenverankerung saniert werden.
Schindler

Die beiden Glocken der Emmauskirche sind schon seit vergangenem November verstummt – einerseits weil Corona-bedingt dort keine Messen stattfinden, andererseits weil das Fundament des Turmes in einem äußerst schlechten Zustand ist. Die durch das Geläute verursachten Vibrationen würden die Bodenverankerung noch weiter schädigen.

Pfarrer Helmut Klauninger erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Im Oktober gab es eine Begutachtung. Damals wurde festgestellt, dass das Fundament des Glockenturms bereits so stark geschädigt ist, dass Gefahr im Verzug bestehe.“ Eine Sanierung des Fundaments sei in diesem Frühjahr unausweichlich, wolle man den etwa 12 Meter hohen Turm erhalten, so Klauninger.

Nur Spezialfirmen können Turm sanieren

Wie viel würde die Reparatur kosten? „Die ersten Schätzungen belaufen sich auf etwa 25.000 Euro. Es gibt nur wenige Spezialfirmen, die so eine Sanierung durchführen können“, erklärt der Pfarrer: „Wir sind also ganz dringend auf Spenden angewiesen, um das Wahrzeichen von Gänserndorf-Süd zu erhalten.“

Warum das Stahlbeton-Fundament in einem derart schlechten Zustand ist, weiß niemand so recht. Wurde einst bei der Errichtung gepfuscht oder hat die Witterung dem Fundament so zugesetzt? „Das müssen die Sachverständigen noch klären“, sagt Klauninger.

Auch ob die 25.000 Euro für die Sanierung ausreichen werden, steht noch nicht endgültig fest: „Wie gesagt, bis jetzt gibt es nur eine grobe Schätzung.“ Sollte man das Geld nicht rasch genug auftreiben, müsste man den Turm abmontieren und bis auf Weiteres waagrecht lagern.

„Emmauskirche und Glockenturm wurden vor 25 Jahren errichtet.“ Helmut Klauninger, Gänserndorfs Stadtpfarrer

Wie alt ist die Emmauskirche eigentlich? „Genau 25 Jahre. Sie und der frei stehende Glockenturm daneben wurden am 14. Juli 1996 von Erzbischof Christoph Schönborn geweiht – übrigens als erste Kirche in dessen Amtszeit.“

Vom Aussehen her erinnert der Glockenturm der Emmauskirche ganz bewusst an die Bohrtürme im Marchfeld. Und: Er ist der einzige Kirchturm, der auf einem Stahlbeton-Fundament errichtet wurde, weiß Pfarrer Klauninger.