Totales Chaos bei Covid-Tests in Schule

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Im Gänserndorfer Gymnasium hat es sich vergangene Woche ausgegurgelt. Die Labors kamen aufgrund von technischen Problemen mit der Auswertung nicht nach.
Foto: Thomas Schindler
2.000 PCR-Tests im Konrad Lorenz Gymnasium in Gänserndorf wurden nicht ausgewertet. Direktorin Eva Zillinger half sich mit Antigen-Schnelltests.
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Im Konrad Lorenz Gymnasium machten sich vergangene Woche Frust und Wut breit – nicht bei den Schülern aufgrund schlechter Noten, sondern in der Verwaltung wegen der Corona-Tests. Zwei Mal – am Dienstag und am Donnerstag – wurde kräftig, aber ohne Erfolg gegurgelt. Auf die Ergebnisse der beiden PCR-Tests wartet das Gymnasium heute noch.

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Ihr ist das Lachen mittlerweile vergangen: KLG-Direktorin Eva Zillinger.
Foto: Thomas Schindler

Direktorin Eva Zillinger blieb nichts anderes übrig, als sofort Antigen-Tests „nachzuschießen“, um halbwegs auf dem Laufenden zu sein, ob Schüler bzw. Lehrer mit Covid-19 infiziert sind oder nicht. „Ich begrüße das Testen, aber dann sollte es wenigstens funktionieren“, betont die Schulleiterin im NÖN-Gespräch.

Schließlich sei der Aufwand enorm. Zillinger und ihr Sekretariat müssen ja alles vorbereiten und schriftlich dokumentieren: „Es geht immerhin um 1.000 Personen im Haus, die getestet werden.“ Das Argument der Labors, sie würden aufgrund von technischen Problemen mit der Auswertung der Tests nicht nachkommen, hilft der Direktorin natürlich nicht weiter.

Schüler zeigen massive psychische Veränderungen

Wie geht es eigentlich den Schülern und Lehrern im mittlerweile dritten Corona-Jahr? Zillinger: „Schlecht. Wir bemerken massive psychische Veränderungen. Die Schüler sind teilweise apathisch, müde, unkonzentriert, aber auch aggressiv. Die Oberstufe ist in diesem Fall stärker betroffen als die Unterstufe.“

Zum Glück habe der Elternverein heuer einen Sozialarbeiter finanziert. Dieser ist einen Tag pro Woche im Haus und immer ausgebucht. Auch vier Vertrauenslehrer stehen den Schülern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Langsames Internet erschwert Distance-Learning

Psychisch gebeutelt seien aber auch viele Lehrer. Zillinger: „Sie leiden unter der ständigen Ungewissheit, ob die Klasse anwesend ist oder ins Distance-Learning geschickt wurde. Das Streamen funktioniert nämlich nur schlecht, weil unser Internet einfach zu langsam ist.“

Zu guter Letzt sind natürlich auch die Eltern betroffen: Sie wissen nie, ob sie ihr Kind nicht im Laufe der ersten Unterrichtsstunde – nach einem positiven Corona-Test – wieder abholen müssen: „Oder ob gar die ganze Klasse ins Distance-Learning geschickt wird.“

Gefällt den Schülern eigentlich das Distance-Learning? Zillinger: „Zu Beginn der Pandemie war das interessant, weil es etwas Neues war. Mittlerweile hassen sie es, weil ihnen das soziale Umfeld fehlt. Kürzlich musste ich zwei ersten Klassen sagen, dass sie nach Hause ins Distance-Learning müssen. Die Kinder begannen daraufhin zu weinen ...“

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