Tritte am frühen Morgen: Frau gepeinigt

27-jähriger Gänserndorfer kann es nicht lassen, seine Frau zu malträtieren. Jetzt wurde er verurteilt: Drei Monate bedingte Freiheitsstrafe.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 04:08
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Foto: Tiko Aramyan/Shutterstock.com

„Wir haben ja schon einmal sehr vernünftig miteinander geredet“, leitete Richter Manfred Hohenecker die Verhandlung gegen einen 27-Jährigen wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung ein. Gemeint war ein Verfahren am 3. August dieses Jahres, das aufgrund einer Anzeige seiner Frau eingeleitet und mit der Auflage einer zweijährigen Probezeit für den Mann eingestellt wurde.

Am 8. September erstattete sie erneut Anzeige gegen ihren Mann. Es ging um zwei Tritte gegen 6.30 Uhr dieses Tages, die ihr der Mann beim bzw. zum Aufwachen versetzt haben soll. Der Grund für die Feindseligkeiten soll ein Gespräch über die Scheidung am Vorabend gewesen sein.

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Richter Manfred Hohenecker zum Angeklagten: „Ich hab Sie verurteilen müssen.“
Foto: Christian Pfeiffer

„Was glauben Sie, was Ihre Frau sagt?“, setzte der Richter sein Konzept der Vernunft gegenüber dem 27-jährigen Türken fort. „Es stimmt, was sie gesagt hat“, bekannte sich der Mann unumwunden der zwei Tritte im gemeinsamen Haus in Gänserndorf schuldig. „Ich hab Sie verurteilen müssen“, lautete – aufgrund der wiederholten Anzeigen – die Konsequenz Hoheneckers, der mit drei Monaten bedingter Freiheitsstrafe ein mildes Strafmaß über den unbescholtenen Mann verhängte.

Dieser nutzte auch die Chance, eine Rechtsberatung bezüglich seiner Scheidung beim Richter einzuholen. Das eigentliche Problem des 27-Jährigen konnte Hohenecker aber nicht lösen – dessen Ehe.