Vorsicht! Hundevergifter geht um. Unbekannter versetzt Bewohner der Feldgasse in Angst und Schrecken. Ein achtjähriger Schäfer-Bracke-Mix konnte in letzter Sekunde noch gerettet werden. Vom Täter fehlt jede Spur.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 04. September 2019 (05:06)
privat
Damien kurz nach der Vergiftung. Mittlerweile geht es dem Rüden schon etwas besser.

Jeannette Kanawati ist mit den Nerven am Ende: Ihr Hund Damien wurde vergangene Woche vergiftet. Nur durch das rasche und gezielte Handeln ihrer beiden Kinder und Untersiebenbrunns Tierärztin Renate Brezovsky konnte das Leben des achtjährigen Schäfer-Bracke-Mischlings gerettet werden.

„Gnade Gott demjenigen, der in Gänserndorf Nervengiftköder ausgelegt hat und für den erbärmlichen Zustand unseres Damien verantwortlich ist“, postete Kanawati in der Vorwoche auf Facebook. Die Allgemeinmedizinerin, die eine Ordination in Deutsch-Wagram führt, erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Es war Montagnachmittag, als mein Sohn mit Damien in der Gänserndorfer Feldgasse spazieren ging.“ Der Hund war an der Leine. Kurz schleckte er über das Gras auf der dortigen Wiese.

"Entweder war es Rattengift oder Strychnin"

Etwa eine Stunde später nahm das Unheil seinen Lauf: Der 40-Kilo-Rüde begann daheim zu erbrechen – blutigen Schaum. Sofort brachten die Kanawatis den Vierbeiner zur Tierärztin nach Untersiebenbrunn. Diese fackelte nicht lange und verabreichte dem Hund ein entsprechendes Gegenmittel.

Danach hieß es warten. Kanawati: „Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, ob und wie stark die Organe geschädigt waren. Die Leber- und Nierenwerte waren auf jeden Fall sehr schlecht.“ Damien bekam täglich Infusionen. Sein geschwächter Körper kämpfte gegen die Vergiftung: „Entweder war es Rattengift oder Strychnin.“

Die gute Nachricht kam erst am Wochenende: Der Hund, mittlerweile stark abgemagert, begann wieder zu fressen. Die Allgemeinmedizinerin ist erleichtert: „Wir hoffen, dass er sich vollständig erholt. Trotzdem ist das Ganze ein Wahnsinn. In der Feldgasse spielen auch Kinder. Was wäre, wenn eines davon einen Ball von der Wiese aufhebt und dann die Finger in den Mund steckt?“ Daran sollte der unbekannte Hundehasser auch einmal denken, so Kanawati abschließend.