Gänserndorfer Grüne blitzten mit „Dringlichem“ ab. Die Grünen setzen sich für die Erhaltung der ehemaligen Synagoge und des zugehörigen Rabbinerhauses ein. In der Gemeinderatssitzung wurde dieses Thema nicht besprochen, da der entsprechende Dringlichkeitsantrag nicht auf die Tagesordnung genommen wurde.

Von Sandra Frank. Erstellt am 09. September 2021 (10:45)
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1889 wurde die ehemalige Synagoge erbaut. Das Bundesdenkmalamt stellte das Gebäude unter Schutz, die Gemeinde schaltete das Bundesverwaltungsgericht ein. Die Grünen wollen die ehemalige Synagoge erhalten und sinnvoll nutzen.
NÖN

Die vier Mandatare der Grünen wollten in der Gemeinderatssitzung über den Schutz und Erhalt ehemaliger jüdischer Einrichtungen und Gebäude sprechen und brachten darum kurz vor Sitzungsbeginn einen Dringlichkeitsantrag ein. Wie berichtet, will die Gemeinde die ehemalige Synagoge in der Bahnstraße und das Rabbinerhaus abreißen. Das Bundesdenkmalamt stellte die Gebäude unter Schutz, die Gemeinde reichte dagegen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein.

„Während in anderen Gemeinden nur noch Gedenktafeln an ehemalige Synagogen erinnern, steht in Gänserndorf eine ehemalige Synagoge mit dem dazugehörigen Rabbinerhaus“, trug Stadtrat Günter Schweitzer die Begründung des Antrags vor und pochte auf „einen würdigen Umgang mit der jüdischen Geschichte“. Dafür müssen nach Meinung der Grünen die beiden Gebäude stehen bleiben und restauriert werden.

Grüne wollen ehemalige Synagoge erhalten und sinnvoll nutzen

„Dieses Thema wurde bisher im Gemeinderat nicht diskutiert“, meinte Schweitzer, der dies als „demokratiepolitisch bedenklich“ einstufte. Die Grünen stellten darum nicht nur den Antrag, den Punkt auf die Tagesordnung aufzunehmen, sondern auch, dass die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zurückgezogen werde, um damit die sogenannte Unterschutzstellung für die beiden Gebäude zu akzeptieren. Weiters solle die ehemalige Synagoge erhalten, aufgewertet und sinnvoll genutzt werden.

ÖVP-Bürgermeister René Lobner ließ über die Aufnahme in die Tagesordnung abstimmen. Die Grünen sowie Joseph Lentner (NEOS) stimmten dafür, Philipp Toth (ÖVP) enthielt sich seiner Stimme. Die restlichen Mandatare sahen keine Dringlichkeit im Antrag der Grünen, darum wurde das Thema nicht im Gemeinderat diskutiert.