Franz Bruckner: Smoothies verliehen Flügel. Vor zehn Jahren kehrte Franz Bruckner dem Milliarden-Konzern Red Bull den Rücken und etablierte die Marke innocent in Österreich. Eine steile Laufbahn, die in Gaiselberg begann.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 19. Juli 2018 (04:48)
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Franz Bruckner, Geschäftsführer von innocent, stammt aus Gaiselberg. Heute lebt er mit seiner Familie in Salzburg und ist Chef von 120 Mitarbeitern in sechs Ländern.
innocent

Franz Bruckner holte die bekannte Smoothie-Marke innocent nach Österreich – und zeigt damit, dass große Karrieren auch in noch so kleinen Orten beginnen können.

Aufgewachsen in Gaiselberg, einer der neun Zistersdorfer Katastralgemeinden, die keine 200 Einwohner zählt, lebt Bruckner heute in Salzburg und ist erfolgreicher Geschäftsführer von innocent. „In Summe ist es jetzt ein ca. 150-Millionen-Euro-Geschäft mit 150 Mitarbeitern in sechs Ländern, dem ich von Salzburg aus vorstehen darf“, erzählt er.

„Der Weg war zu Beginn deutlich steiniger als befürchtet.“ Franz Bruckner über seine schweren Anfänge bei innocent

Bis dahin war es aber ein steiniger Weg. Zunächst absolvierte Bruckner im Jahr 1989 seine Matura im Gänserndorfer Gymnasium, bevor es ihn für ein Betriebswirtschaftslehre-Studium an die Wiener Wirtschaftsuni zog. Mit dem Abschluss 1993 in der Tasche arbeitete er beim Lebensmittel-Riesen Unilever, bevor es ihn im Jahr 1998 zu Red Bull verschlug.

„Da die Firma noch klein und Dietrich Mateschitz mein Chef war, habe ich viel über Markenführung gelernt und auch Licht- und Schattenseiten des Meisters gut kennengelernt“, erinnert sich Bruckner, der beim heutigen Milliarden-Konzern sozusagen ein Mann der ersten Stunde war.

Fünf Jahre lang Überzeugungsarbeit

Die Marke innocent lernte er schließlich in London kennen, wo er für Red Bull ein paar Jahre lang tätig war. „Damals bin ich als Konsument dem Produkt verfallen und dachte mir ,Das sollte es auch in Österreich geben!‘“ Fünf Jahre lang versuchte Bruckner von da an, den drei Gründern der Marke den österreichischen Markt schmackhaft zu machen – „zwar eher gegen ihren Willen, aber mit großem Vertrauen ihrerseits“.

Der Einstieg ins Marktgeschehen war dennoch schwieriger als ursprünglich gedacht: „Es gab mehr Mitbewerber als erwartet, einen kleinen Markt, der immer kleiner wurde – Stichwort Wirtschaftskrise 2007 –, und der Aufbau einer neuen unaussprechlichen Kategorie ,Smusies‘ erwies sich als viel schwerer als geplant“, erinnert sich Bruckner. „Gott sei Dank hat dann eine Mischung aus Blut, Schweiß, Tränen, Geld und ein kleines tolles Team geholfen, die Marke dann doch noch sehr erfolgreich aufzubauen.“