Krieg endete vor 100 Jahren

Zahlreiche K.&.K.-Uniformen und den Kaiser-Enkel gab es im Eckartsauer Schloss zu sehen.

Stefan Havranek Erstellt am 12. November 2018 | 17:42
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Man wähnte sich in der Zeit zurückversetzt, als am Samstag die Gedenkveranstaltung „100 Jahre Kriegsende“ im Eckartsauer Schloss über die Bühne ging. Zahlreich bunt uniformierte Soldaten unterschiedlichster Traditionsregimente hatten sich versammelt, um des Endes des Ersten Weltkriegs zu gedenken – und nicht zu feiern, wie in einer Festrede betont wurde.

Als Ehrengäste wurden der Enkel des letzten österreichischen Kaisers, Georg Habsburg, sowie sein Sohn Karl Konstantin Habsburg, Bezirkshauptmann Martin Steinhauser, VP-Bürgermeister Rudolf Makoschitz, Pfarrer Erich Neidhart, Orths VP-Bürgermeister Johann Mayer als Vertreter der Kleinregion Marchfeld und Schloss-Managerin Elisabeth Sandfort begrüßt. Weiters waren Vertreter der örtlichen Feuerwehr, des Fischereivereins und des Musikvereins Haringsee, der die musikalische Umrahmung der Gedenkveranstaltung übernahm, anwesend.

„Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler“, zitierte Makoschitz in seiner Rede Ingeborg Bachmann und mahnte: „Wir dürfen auch in der heutigen Zeit nicht wegschauen, wenn es anderen schlecht geht, sondern müssen Menschlichkeit zeigen.“

Pfarrer Neidhart hielt dann an „einem geschichtsträchtigen Ort in einem geschichtsträchtigen Schloss “eine Feldmesse ab, in der er erinnerte, dass der Frieden ein Geschenk Gottes sei: „Wenn der Mensch tut, was Gott will, wird Frieden sein.“ Auch für Georg Habsburg war es „ein besonderer Moment, an diesem Tag in Eckartsau zusammenzukommen“. Aus seiner Rede: „Es gibt wenige Orte und Zeitpunkte, die besser geeignet wären für ein Gedenken, als hier und heute.“ Kaiser Karl sei bewusst von Eckartsau aus ins Exil gefahren, „weil er in Eckartsau noch viele Getreue hatte“. Auch Habsburg mahnte: „Nur wer den Krieg vergisst, ist eine Gefahr für den Frieden.“ Nach einer Kranzniederlegung zogen die Traditionsregimente noch durch den Schlossgarten.