Südliches Weinviertel: Im Erbstreit die Nerven verloren

Erstellt am 14. August 2022 | 04:42
Lesezeit: 2 Min
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Ein Mann bedrohte eine potenzielle Miterbin anfangs per SMS und später per Brief. Er wünschte der Frau „einen Strick um den Hals“.
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/fizkes
Mann bedrohte potenzielle Miterbin. Er wünschte ihr „den Strick um den Hals“.
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Just am Heiligen Abend letzten Jahres wurde ein Erbstreit für einen 70-jährigen pensionierten Akademiker aus dem Südlichen Weinviertel derart unerträglich, dass er sich dazu hinreißen ließ, eine potenzielle Miterbin, die er nicht in dem Maße wie sich selbst als legitim ansah, gefährlich zu bedrohen. Damals ließ es die Frau noch mit den per SMS geäußerten Drohungen bewenden. Jedoch platzte dem bisher Unbescholtenen am 24. Mai dieses Jahres erneut der Kragen – diesmal verfasste er einen Brief.

Dieser brachte das Fass beim Opfer zum Überlaufen und führte zu der Anklage wegen gefährlicher Drohung am Landesgericht Korneuburg vor Richter Manfred Hohenecker. Der befand die im Akt vorliegenden Formulierungen, wovon „der Strick um den Hals“ noch eine der harmloseren gewesen sein dürfte, als „eines Akademikers nicht würdig“.

Ob er denn Verantwortung für diese Entgleisung übernehme und verstehe, dass sich Menschen fürchten, wenn er so etwas schreibe, wollte der Richter wissen. Die klare Antwort: „Selbstverständlich.“ Das Verhalten seines Mandanten machte es Verteidiger Leopold Boyer leicht, Hohenecker eine Diversion – eine außergerichtliche Einigung – schmackhaft zu machen. Auf die lief es dann auch hinaus.

Das bedeutete, dass der 70-jährige aufgrund seiner gut situierten Verhältnisse und inklusive der Gerichtskosten 5.000 Euro zu zahlen hat. Zuzüglich 300 Euro, die dem Opfer als „seelisches Schmerzensgeld“ zugesprochen wurden.

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