Dürnkrut sagt Plagegeistern den Kampf an. „Gelsenjäger“ unter Obmann SPÖ-Bürgermeister Herbert Bauch trafen einander zum Informationsaustausch in Dürnkrut. Ein Experte lobte den Fleiß der „Einsatztruppen“.

Von Vera Coursolle. Erstellt am 22. Juli 2021 (05:19)

Die Gelsenplage entlang der March macht den dortigen Bewohnern im heurigen Jahr wieder sehr zu schaffen. Kürzlich trafen einander die „Gelsenjäger“ von Dürnkrut unter Obmann SPÖ-Bürgermeister Herbert Bauch zur jährlich stattfindenden Informations- und Schulungsveranstaltung in der Bernsteinhalle.

Der Ortschef bedankte sich zu Beginn für den engagierten Einsatz der Freiwilligen: „Ohne eure Hilfe hätten wir jetzt wahrscheinlich gar nicht auf die Straße gehen können“, sprach er die momentane Sachlage an, bevor der Experte, Diplombiologe Hans Jerrentrup, in Begleitung von Biologin Karin Hauer übernahm. Zur Erklärung: Jerrentrup hat die biologische Leitung des Vereins „Biologische Gelsenregulierung“ ( www.mta-gelsen.at ) inne, zu welchem auch Dürnkrut gehört. Insgesamt zählt der Verein neun Gemeinden.

Obmann ist Hohenaus SP-Bürgermeister Wolfgang Gaida. Jerrentrup hob die Arbeit der Dürnkruter Gelsenjäger hervor: „Mit in Summe 49 Manntagen haben die Dürnkruter Gelsenjäger fast die Hälfte der insgesamt 102 eingesetzten Tage aller neun Gemeinden geleistet.“

Der Experte lobte zudem die einmalig funktionierende Protokollerstellung der Beteiligten, aus welcher hervorgeht, wann welche Maßnahmen stattfanden. Ob bei langen oder kürzeren Touren – die Männer zogen in Gummistiefeln und mit Rückenspritze bewaffnet durch die Marchauen, um das biologische Eiweißprodukt „BTI“ auszubringen, das die Gelsenlarven tötet. Zudem gab es mehrere Hubschraubereinsätze. Dabei warf man das Granulat auf die relevanten Wasserflächen ab. Es finden zudem regelmäßige Nachkontrollen statt.

Auch Drohnen kommen zum Einsatz

Die Anwesenden erfuhren auch Neues zu den verwendeten Mitteln und deren Ausbringungsmöglichkeiten: So ist das Ausstreuen per Hand in Granulatform für die örtliche Einsatztruppe neu. Der Experte berichtete über den Wechsel zu vier neuen, leistungsstärkeren Drohnen, die angemietet werden und in unzugänglichem Gebiet zur Anwendung kommen. Die Firma, welche die Hubschraubereinsätze durchführt, wurde gewechselt. Jerrentrup verweist auf ein extrem schweres Jahr 2020 mit Hochwasserperioden im Frühjahr, Sommer und Herbst.

Im Winter gab es vier relevante Spitzen, so sei der Boden bereits stärker durchnässt gewesen als in den Vorjahren. Wasserhochstände der Thaya überlagerten sich mit jenen der March, das Wasser stand daraufhin für längere Zeit. Ein bereits von der EU genehmigtes grenzüberschreitendes Projekt (Interreg) mit dem Nachbarstaat Slowakei zur gemeinsamen Eindämmung der Gelsenpopulation lässt hoffen. Die Anweheffekte seien enorm – so finde man die Überschwemmungsgelsen oft weit entfernt von den Brutstätten, woran der Ostwind schuld sei.