Wasserleitung in Ebenthal an EVN verkauft. SPÖ und FPÖ befürchten eine Verdoppelung des Wasserpreises. ÖVP-Ortschef Christoph Veit hält dagegen: „Wir sind vertraglich gegen dieses Szenario abgesichert.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 02. Mai 2021 (03:58)
ÖVP-Bürgermeister Christoph Veit leitete die diskussionsreiche Gemeinderatssitzung.
privat, privat

Nach langem Hin- und Her beschloss der Gemeinderat, die Wasserleitung an die EVN zu verkaufen. Unumstritten war die Entscheidung nicht – SPÖ und FPÖ befürchten eine Verdoppelung des Wasserpreises. ÖVP-Bürgermeister Christoph Veit hält dagegen: Es ist vertraglich abgesichert, dass die Preise bis 2030 indexgebunden gleichbleiben.“

Ebenthal hat keinen eigenen Gemeindebrunnen. Wasser wurde bislang von der EVN zugekauft, die Kosten mit Defizit an die Bürger weiterverrechnet. „Die Wasserleitungen sind rund 40 Jahre alt und stark sanierungsbedürftig. Bis jetzt haben wir Reparaturen zwar selbst gemacht, die Sicherheit der Gemeindemitarbeiter geht aber vor“, erklärt Veit. Wasserrohrbrüche stünden auf der Tagesordnung, durch die schlechte Qualität der Leitung gibt es laut Veit vor allen einen sogenannten schleichenden Wasserverlust. Schon mehr als zehn Jahre lang produziert der Wasserhaushalt ein Defizit, ein Verkauf war schon lange ein Thema. Jetzt wurde er umgesetzt.

„Die Wasserleitungen sind stark sanierungsbedürftig.“ Christoph Veit, ÖVP-Bürgermeister

Bei der Sitzung war mit Oliver Sanin ein Vertreter der EVN online zugeschaltet. Steuerberater Franz Wolfbeisser beantwortete die Fragen des Gemeinderates. Ein technisches und ein wirtschaftliches Gutachten waren Grundlage für die Entscheidung. Wolfbeisser konnte bestätigen, dass durch den Verkauf keine Schmälerung des Gemeindevermögens eintritt.

Wasserversorgung ist allerdings immer auch ein emotionales Thema, entsprechend die Argumentation der Opposition: „Wasser verkauft man nicht.“ Dazu kommt deren Sorge, dass die Arbeitsplätze der Gemeindemitarbeiter gefährdet seien. Veit entkräftet: „Kein Mitarbeiter wird seine Stelle verlieren.“ Die Bevölkerung wurde umfassend informiert, bei den Bürgern sei der Verkauf kein Thema gewesen.