Ringen um Mandate im Bezirk Gänserndorf beginnt. SPÖ und Grüne suchen noch Kandidaten. FPÖ tritt zumindest in 20 der 44 Gemeinden des Bezirks an.

Von Stefan Havranek, Manuel Mattes, Edith Mauritsch, Thomas Schindler und Lisa Unterreiter. Erstellt am 18. September 2019 (04:55)

In der Vorwoche wurde der Termin von der Landesregierung fixiert: Am 26. Jänner 2020 werden in NÖ neue Ortsparlamente gewählt, somit auch in den 44 Gemeinden des Bezirks Gänserndorf. Hier kämpfen 30 ÖVP-, zwölf SPÖ- und zwei Listen-Bürgermeister um den Verbleib in ihren Ämtern.

„Wir werden in allen Kommunen antreten“, erklärt VP-Bezirksgeschäftsführerin Helga Ebner, „wobei unsere Spitzenkandidaten noch nicht überall feststehen.“ Außer in jenen Gemeinden, wo die Volkspartei regiert. Ebner: „Stand heute werden unsere amtierenden Bürgermeister erneut antreten.“ In welcher Gemeinde könnte sich ihrer Meinung nach die politische Farbe des Ortschefs ändern? „Das ist schwer zu sagen – am ehesten in Untersiebenbrunn, dort sind die Blauen sehr stark.“ Und: Die regierende SPÖ, die innerhalb kurzer Zeit zweimal ihren Bürgermeister wechselte, dürfte dort geschwächt sein.

Heiß umkämpft wird auch Schönkirchen-Reyersdorf sein, wo sich vor der letzten Wahl im Jahr 2015 Bürgermeister Peter Hofinger von der ÖVP getrennt hatte und mit einer Bürgerliste antrat und gewann. Wird er wieder kandidieren? „Meine Entscheidung, ob ich nochmals antrete oder nicht, wird erst in einigen Wochen fallen.“ Und weiter: „Je nachdem, wie mein Entschluss letztlich aussieht, gestaltet sich die weitere Vorgangsweise. Klar ist: Wenn ich nochmals antrete, will ich auch Bürgermeister werden“, so der Ortschef gegenüber der NÖN.

"Es haben sich Menschen gemeldet, die kandidieren möchten"

Die Sozialdemokraten suchten unlängst in Neusiedl nach Kandidaten. „Zudem versuchen wir, natürlich auch in Gemeinden wie Aderklaa oder Parbasdorf Fuß zu fassen“, so SP-Bezirksgeschäftsführer David Schramm. In Engelhartstetten und Prottes will die SPÖ „auf jeden Fall wieder mit Sozialdemokraten“ antreten.

Wie sieht es bei den Grünen aus? „In Orth und Marchegg haben sich Menschen gemeldet, die kandidieren möchten“, so Bezirkssprecherin Beate Kainz. Die beiden Zistersdorfer Gemeinderäte Helmut Aigner und Karl Kolar werden sich nicht mehr der Gemeinderatswahl stellen. Beide begeben sich, wie bereits früher angekündigt, in die Polit-Pension. „Wer uns in Zistersdorf wählen will, sollte sich bald melden. Noch gibt es keinen Kandidaten für diese Ortsgruppe“, so Kainz weiter.

Die FPÖ wird in jenen 20 Gemeinden, in denen sie im Ortsparlament vertreten ist, wieder antreten. Kandidaturen in weiteren Kommunen sind geplant. „Unsere 42 Gemeinderäte und die Funktionäre im Bezirk leisten ausgezeichnete Arbeit. Sowohl die erfahrenen als auch unsere – bereits bestens geschulten – neuen Kandidaten sind bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so FP-Bezirksparteichef Dieter Dorner.

In Andlersdorf regiert seit zwölf Jahren Bürgermeister Gerhard Paier mit seiner „Wir“-Liste. Dort wird derzeit die Kandidatenreihung erstellt. Paier selbst wird als Spitzenkandidat ins Rennen gehen und versuchen, die sieben Mandate zu halten: „Ich glaube, wir haben in den letzten fünf Jahren gute Arbeit geleistet, wir müssen daher nicht viel Wahlkampf betreiben.“

Auch die NEOS werden im Bezirk an den Start gehen. Da derzeit noch ein interner Listenerstellungsprozess stattfindet, kann die Partei laut eigener Aussage noch keine Auskunft darüber geben, in welchen Gemeinden sie antreten wird. Fix ist jedoch, dass die NEOS die Bürger mobilisieren und dazu motivieren wollen, sich politisch einzubringen.