ÖVP holt die „Absolute“ in Gänserndorf. SPÖ schwer geschlagen, Grüne halten ihre Mandate, FPÖ halbiert sich, Bürgerliste fliegt aus dem Stadtparlament und die NEOS ziehen mit einem Mandat ein.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 27. Januar 2020 (12:12)

Einen Erdrutschsieg feiert die ÖVP mit Bürgermeister René Lobner: Sie kann von 14 auf 21 Mandate zulegen und damit die absolute Mehrheit erringen. Die SPÖ verliert fünf Sitze und hält jetzt nur noch bei neun Mandaten. Die Grünen können ihre vier Sitze erfolgreich verteidigen, die FPÖ wiederum verliert zwei ihrer bisherigen vier Mandate. Die Freie Bürgerliste fliegt aus dem Stadtparlament, dafür ziehen die NEOS mit einem Sitz ein.

Lobner zeigt sich im NÖN-Gespräch mehr als zufrieden: „Ich kann nicht glücklicher sein als jetzt. Ich danke allen Wählern für ihr Vertrauen in unsere Partei. So einen Erfolg kann man nur im Team schaffen.“ Der Zugewinn an Stimmen und Mandaten sei die Bestätigung für die harte Arbeit, die die ÖVP geleistet habe, so der Stadtchef. Durch die „Absolute“ braucht die ÖVP keinen Koalitionspartner (zuletzt herrschte das freie Spiel der Kräfte). Trotzdem will Lobner nicht absolut regieren: „Ich reiche allen anderen Parteien die Hand zum gemeinsamen Arbeiten. Und natürlich wird auch die Bevölkerung eingebunden.“

Katzenjammer hingegen herrscht bei der SPÖ. Parteichefin Ulrike Cap: „Fünf Mandate zu verlieren, ist sehr viel. Damit hatten wir nicht gerechnet. Der ÖVP-Bürgermeister war einfach zu stark. Durch die finanzielle Unterstützung durch das Land konnte er einfach zu viel umsetzen.“ Vielleicht, so Cap, haben die roten Genossen auch auf die falschen Wahlthemen gesetzt: „Dazu kommt natürlich auch die schlechte Stimmung für die SPÖ auf Bundesebene.“

Nicht unzufrieden zeigt sich der grüne Spitzenkandidat Günter Schweitzer: „Stimmenmäßig konnten wir zulegen, aber leider nicht mandatsmäßig. Unser Ziel war schon, einen Sitz dazuzugewinnen.“ Immerhin habe die Öko-Partei aber nicht verloren wie manch andere Partei, so Schweitzer.

FPÖ-Stadtrat Peter Vlasak spricht von einem erschütternden Ergebnis für seine Fraktion: „Wir haben uns halbiert und das ist schade für Gänserndorf. Der Bundestrend bläst uns leider stark ins Gesicht. Dieser sollte aber auf Gemeindeebene keine Rolle spielen.“ Vlasak habe zwar mit Verlusten gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß.

Ein schwarzer Sonntag war der Wahlabend auch für die Bürgerliste von Walter Krichbaumer. Er und seine Liste werden dem nächsten Gemeinderat nicht mehr angehören. Krichbaumer: „Die von den Wählern getroffene Entscheidung ist so zur Kenntnis zu nehmen. Wir bedanken uns trotzdem bei allen Personen, die uns das Vertrauen geschenkt haben.“

Freuen kann sich wiederum NEOS-Spitzenkandidat Joseph Lentner – er wird ins Stadtparlament einziehen: „Die NEOS sind nun auch in Gänserndorf angekommen. Wir werden jetzt für frischen Wind in der Lokalpolitik sorgen.“

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