Angestellte betrog in Deutsch-Wagramer Supermarkt. Dass in der Hektik des Kassenbetriebs in einem Supermarkt eine Angestellte die Zeit und die Gelegenheit hat, mittels Stornierungen einzelner Produkte oder gar der ganzen Rechnung Geld zu veruntreuen und für sich abzuzweigen, ist als durchschnittlicher Kunde wohl kaum vorstellbar.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 07. Dezember 2020 (18:48)
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Eine 27-Jährige hatte ab Oktober 2018 in einem Supermarkt in Deutsch-Wagram bewiesen, dass es funktioniert und einen Gesamtschaden von etwa 13.000 Euro verursacht.

Besonders dreist fiel dabei ein Einkauf der Familie am 15. Februar 2019 ins Gewicht bei der Verhandlung am Landesgericht Korneuburg, wo sich die Frau vor Richterin Astrid Raufer zu verantworten hatte. Allein bei dieser Betrugsaktion belief sich der Schaden auf über 600 Euro.

Von der Richterin gefragt, ob ihre Familie von den Tricksereien wusste, verneinte die Mutter eines dreijährigen Kindes. Ursprünglich dachten die Angehörigen, es sei ein Geschenk. Erst später habe sie es ihrer Familie gestanden.

Diese hatte dieselbe Frage gestellt wie im Prozess Raufer – nämlich die Frage nach dem „Warum“. Erstaunlich ehrlich antwortete die 27-Jährige, dass sie es immer dann getan hätte, wenn sie sich etwas leisten wollte. Außerdem fügte sie hinzu: „Weil’s einfach war.“ Der 27-Jährigen wurden von Richterin Raufer – mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft – 220 Stunden gemeinnütziger Tätigkeit auferlegt, die sie binnen sechs Monaten zu absolvieren hat.