„Ich wollt’ nichts Böses“. „Gehirnerschütterung vom Sex?“, zweifelt Richter an Erklärung eines Weinviertlers, wie Gefährtin zu Verletzungen gekommen ist. Der Angeklagte kam noch einmal davon.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Juli 2018 (18:29)
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„Ja, es war a gröbere Auseinandersetzung, aber i war net gewaltsam“, beteuert der 55-jährige Weinviertler aus dem Bezirk Gänserndorf vor Gericht. Der angeklagte Arbeiter will seine Gefährtin weder misshandelt noch mit Faustschlägen oder Fußtritten verletzt haben.

„Wie erklären Sie sich dann die häufigen Krankenhausbesuche Ihrer Gefährtin, bei denen jedes Mal Verletzungen wie Gehirnerschütterung, Prellungen und Hämatome attestiert wurden?“, will Richter Manfred Hohenecker vom Angeklagten wissen.

„Es war keine Absicht. Einmal, aber wirklich nur einmal, habe ich hing‘haut. Sie hat mi sekkiert, mir ein Pantscherl unterstellt und mi aufg’stachelt“, räumt der Weinviertler dann ein und beteuert: „Es war unabsichtlich. Ich wollte ihr nie was Böses.“

Blaue Flecken durch „heftiges Liebesspiel“

„Haben Sie unabsichtlich nicht doch öfters hingeschlagen?“, hakt der Richter nach. Der Beschuldigte beteuert aber eine einmalige Entgleisung und erklärt die häufigen blauen Flecke der Gefährtin mit heftigem Liebesspiel. „Eine Gehirnerschütterung vom Sex ist eher ungewöhnlich“, kommentiert der Richter. „Es tut mir leid, es war ein Fehler und es kommt sicher nie mehr vor. Wir sind immer noch zusammen“, versichert der Arbeiter.

Da sich seine Gefährtin ihrer Aussage entschlägt und der bislang unbescholtene Weinviertler letztlich doch Einsicht zeigt, legt der Richter das Verfahren mit einer zweijährigen Probezeit auf Eis. Allerdings mahnt er den Weinviertler: „Beim nächsten unabsichtlichen Schlag sitzen Sie!“