Biohof Adamah: Jetzt übernimmt Jugend. Das heurige Hoffest in Glinzendorf stand ganz im Zeichen des Generationenwechsels: Die Zoubeks übergeben den Betrieb an ihre vier Kinder.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 08. September 2021 (04:59)
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Simon, Stefan, Christian und Elisabeth Zoubek (hinten, v.l.) mit den stolzen Eltern Sigrid und Gerhard Zoubek und einem Enkerl (vorne).
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Das Hoffest am Biohof Adamah ist mittlerweile ein wahrer Publikumsmagnet, aus fern und nah strömen die Gäste herbei, um sich in Glinzendorf einen schönen Tag zu machen. Der Parkplatz hat beinahe die Ausmaße eines mittelgroßen Festivals, Securitys kümmern sich am Eingang um die Einhaltung der 3-G-Regeln und schon von Weitem steigt dem geneigten Besucher der Duft von kulinarischen Schmankerln in die Nase.

Und doch war das stets besondere Fest heuer noch um eine Spur „besonderer“, ging doch am wohl bekanntesten Biohof des Marchfelds eine Ära zu Ende: Gerhard und Sigrid Zoubek, seit über 20 Jahren Gesicht und Herz der Erfolgsgeschichte „Adamah“, treten den wohlverdienten Ruhestand ab und übergeben den Hof an die Jugend. An den eigenen Nachwuchs. Was in so manch anderer Landwirtsfamilie zu Unstimmigkeiten führt, geht hier harmonisch und im Rahmen eines großen Fests über die Bühne.

Im Sinne der Eltern, aber auf eigene Art

Künftig werden also die vier erwachsenen Kinder der Familie Zoubek, Elisabeth, Christian, Stefan und Simon, die Geschicke des Betriebs leiten. Dieser ist mittlerweile auch so groß, dass genug Arbeit und Verantwortung auf jeden der Sprösslinge wartet: Elisabeth soll den Hof als Geschäftsführerin mit ihren Brüdern, „im Sinne der Eltern, aber doch auf ihre eigene Art“ führen. Christian wird sich weiter um den Wiederverkaufs- oder „Bio2B“-Bereich kümmern, Stefan betreut den Großteil der Bio-Landwirtschaft mit 60 Kulturen auf 160 Hektar.

Und der jüngste Sohn Simon ist für einen Teilbereich der landwirtschaftlichen Produktion und die Weiterverarbeitung zuständig. Und auch die nächste Generation scharrt bereits in den Startlöchern, acht Enkerl bereichern bereits das Leben von Gerhard und Sigrid Zoubek und werden wohl dafür sorgen, dass der Ruhestand nicht zu ruhig geraten wird.

„Adamah“: Verbindung von Mensch und Erde

Sigrid Zoubek übernahm den Hof ihrer Eltern und musste Überzeugungsarbeit leisten, denn ihre Vorstellung von der „Natur als wertvolles Ganzes“ passte nicht mit der praktizierten Mineraldüngung oder dem Spritzen von Chemikalien zusammen. Das symbolisiert auch der der biblischen Genesis entnommene hebräische Ausdruck „Adamah“, der die Verbindung von Mensch und Erde bedeutet.

Gerhard, dem das Arbeiten mit Menschen ein Anliegen ist, machte die ersten Marktfahrten und schon bald war nach deutschem Vorbild die Idee des „BioKistls“ geboren, das mittlerweile bis nach Graz geliefert wird. Der Betrieb ist mit 200 Mitarbeitern und 100 regionalen Partnern ein wichtiger Arbeitgeber und Nahversorger der Region.