Klima: Biohof Adamah klagt jetzt. Glinzendorfer BioHof-Chef Gerhard Zoubek fordert mit Fernsehlegende Chris Lohner neue Gesetze.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 09. September 2019 (04:52)
Kremsmayer
Familie Zoubek beim Hoffest: Neben den Pionieren Gerhard und Sigrid (l.) werken auch schon die vier Kinder samt Schwiegerfamilien im Biohof Adamah mit. Auch der kleine Jakob unterstützt die Familie.

Der Marchfelder Bio-Pionier Gerhard Zoubek wird gemeinsam mit Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit, Fernsehlegende Chris Lohner, „Fridays For Future“-Aktivistin Veronika Winter und – federführend – Rechtsanwältin Michaela Krömer Ende des Jahres Klage beim Verfassungsgerichtshof einreichen. „Wir wollen, dass der Gesetzgeber beauftragt wird, klimaschädliche Gesetze zu reparieren“, so die Aktivisten.

„Im heimischen Verkehr sind die Emissionen seit den 1990er- Jahren um 70 Prozent gestiegen. Daher ist eine klimaschädliche Tempo-140-Verordnung völlig kontraproduktiv.“ Ebenso sei die steuerliche Begünstigung des Flugverkehrs unverständlich. „Der Staat ist aber verpflichtet, unsere Grundrechte wie jenes auf Leben, auf unversehrtes Eigentum sowie auf Gesundheit zu schützen. Diese Pflicht beinhaltet auch, dass er passende Gesetze schaffen muss, damit diese Rechte geschützt sind“, erklärt Anwältin Krömer.

"Muss und will Verantwortung für die Zukunft übernehmen"

Besonders spürbar sei die Klimakrise in der Landwirtschaft. Adamah-Gründer Gerhard Zoubek: „Als Biobauer, Vater und Großvater muss und will ich Verantwortung für die Zukunft übernehmen.“ Und er schmunzelt: „Mich würde die Welt schon noch aushalten, aber ich will auch den kommenden Generationen nicht nur verbrannte Erde hinterlassen, ich muss aktiv werden.“

Als Zoubek den elterlichen Betrieb seiner Frau Sigrid im Jahr 1997 übernahm, war das ein konventioneller Hof mit ruiniertem Boden, wie Sigrid betont. Sie wollte den Boden wieder aufbauen. Nicht nur das ist gelungen. Mit viel Versuch und Irrtum wagte sich die Jungfamilie an die Bioproduktion heran und fand schließlich auch eine Königsidee für den Vertrieb: Das Adamah-Biokisterl, mit dem rund 6.000 Kunden, vornehmlich in Wien, beliefert werden.

Mittlerweile beschäftigt der Betrieb rund 130 Mitarbeiter und dazu die ganze Familie, drei Söhne und eine Tochter samt Schwiegerkindern. Eine Erfolgsstory, die Gerhard Zoubek als Auftrag sieht. „Ich möchte Vorbild sein und wenn mich einmal einer meiner acht Enkel fragt, was ich gegen die Klimakrise getan habe, eine ehrliche Antwort geben können.“