Rechnungsabschluss: Diskussion um Klopapier. Die Finanzen der Stadtgemeinde standen in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Tapet und wurden von den Mandataren penibel durchleuchtet.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 29. März 2017 (04:00)
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Anstelle von Günther Pokorny, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, übernimmt Michael Paternostro, Direktor der Groß-Enzersdorfer Neuen Mittelschule, das SP-Mandat. Im Bild bei der Angelobung im Rahmen der Gemeinderatssitzung mit SP-Bürgermeister Hubert Tomsic und SP-Vizebürgermeisterin Monika Obereigner Sivec.
NOEN, Kremsmayer

Ein bemerkenswertes Diskussionsniveau erreichte die Debatte rund um den Rechnungsabschluss 2016. FPÖ und ÖVP echauffierten sich zu Beginn der Sitzung rund eine Stunde lang darüber, dass ungeheure Summen für Reinigungsmittel in der Volksschule ausgegeben wurden: Insgesamt 9.200 Euro, davon 1.600 Euro für Klopapier, und dass folglich wohl wenig sorgsam mit Steuergeld umgegangen würde.

Auch in der Riege der Blauen findet sich ein neuer Mandatar, der statt Liliane Sanaa in den Ring auf Seiten der stets angriffigen Freiheitlichen stieg. Alfred Datlers (2.v.l.) Angelobung erfolgte schon zwei Wochen davor im Gemeindeamt.
NOEN, Kremsmayer

Auch Erläuterungen des SP-Bildungsstadtrats Eduard Schüller, dass die Summen für alle Schulen ausgegeben würden, aber jeweils einer zugebucht werden, konnten nicht beruhigen. Dann sei der Rechnungsabschluss eben falsch, hieß es. Zudem überstieg die Menge der Papierhandtücher die Vorstellungskraft der FP-Gemeinderäte.

Fünf Papierhandtücher pro Kind und Tag

Der als SP-Mandatar neu in den Gemeinderat eingezogene Direktor der Neuen Mittelschule, Michael Paternostro, hatte zwischenzeitlich nachgerechnet. Auf jedes Kind kämen täglich rund fünf Papierhandtücher, was bei einem Ganztagesbetrieb einen nicht ganz so horrend hohen Verbrauch darstelle, wenngleich man durchaus wieder einmal zur Sparsamkeit mahnen könne.

SP-Finanzstadtrat Gerhard Draxler jedenfalls ärgerte, dass sein erfolgreicher Rechnungsabschluss zu wenig gewürdigt wurde. Immerhin sei dieser zwei Wochen aufgelegen und es gab in dieser Zeit keine Einsprüche.

Der Rechnungsabschluss weist jedenfalls einen Überschuss von 1,1 Millionen auf, der kumulierte Überschuss beträgt 3,1 Millionen Euro. Der Schuldenstand konnte um 1,6 Millionen auf 15,5 Millionen Euro reduziert werden.

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