Absturz: Flugzeugteil in der Lobau gefunden. An einen Baum angelehnt fand eine Spaziergängerin mysteriöse Platte. Austrian Airlines bestätigt, dass es sich dabei um ein Teil einer Boeing 767 handelt.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 29. August 2018 (15:16)
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Dieser etwa 1,80 Meter große Flugzeugteil wurde in der Lobau gefunden. Er dürfte von einer Boeing 767 stammen.
Eichert

Für einige Aufregung sorgte eine „Platte“ (siehe Fotos), die eine Spaziergängerin in der Lobau an einen Baum gelehnt auffand. Der Wiener Robert Eichert vom Verein „Lobaumuseum“ schlug sofort Alarm: „Ein Flugzeug dürfte kürzlich beim Landeanflug auf den Flughafen Wien über der Lobau ,etwas verloren‘ haben.“

Wie kommt er zu dieser Annahme? „Ein hinzugezogener holländischer Pilot glaubt, diesen Materialteil auf den Fotos als den Teil eines Flugzeuges zu erkennen. Also wenn das stimmt, dann war es ja ein großes Glück, dass der Teil nicht ein paar hundert Meter vorher über bewohntem Gebiet von Essling oder Groß-Enzersdorf runtergesegelt ist.“

Die Platte wurde demnach in der Nähe des Lobaueingangs Egerer Brückl im niederösterreichischen Teil gefunden, war dort an einen Baum angelehnt und ist jetzt aber verschwunden. „Mittlerweile hat auch die Austro-Control bestätigt, dass es sich um einen Teil einer Boeing 767 handelt. Die Platte ist zwar 1,80 Meter groß, soll aber so leicht sein, dass sie sozusagen ,heruntersegelt‘. Ich kann trotzdem niemandem empfehlen, ein Haus in der Einflugschneise zu bauen“, schmunzelt Eichert.

Vorkehrungen wurden getroffen

Austrian Airlines bestätigte, dass der Teil schon im Mai von einer Boeing 767 heruntergefallen sei. Vermutlich habe ein Spaziergänger das Flugzeugfragment gefunden und für den weiteren Transport dann von der ursprünglichen Absturzstelle zu dem Baum transportiert und mittlerweile mitgenommen.

Der Flieger wurde laut einem Sprecher der AUA nach der Landung gecheckt und das fehlende Stück ersetzt, berichtet die APA: „Zudem wurde eine Order für alle Boeing 767 von Austrian Airlines ausgegeben: Eine Vorkehrung wurde am entsprechenden Verriegelungsmechanismus eingebaut, welche einen Vorfall dieser Art in Zukunft verhindern soll. Bei anderen Flugzeugtypen der Austrian Airlines Flotte war eine Anpassung nicht notwendig“, so die AUA.

Ein AUA-Sprecher bestätigte der APA, dass es den Vorfall gegeben hat und dass die oben angeführten Gegenmaßnahmen gesetzt worden sind. Verletzt wurde anscheinend niemand.