Bau: Zurück an den Start. Der Verwaltungsgerichtshof erteilte dem geplanten Hochhausbau hinter dem Kindergarten in der Lobaustraße eine Absage. Die Baubewilligungen wurden aufgehoben.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 09. Juli 2014 (10:46)
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Vor gut sieben Jahren hatte der Plan, in Groß-Enzersdorf ein Hochhaus auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Kindergarten in der Lobaustraße zu errichten, eine Bürgerinitiative gegen einen so groß dimensionierten Bau (fast 19 Meter hoch) auf den Plan gerufen.

Einer der Proponenten – der jetzige Kulturstadtrat Martin Sommerlecher, der auch Anrainer ist – jubiliert nun: „Ein guter Tag für die österreichische Rechtsprechung. Hier konnte ein vollkommen sinnloser Monsterbau verhindert werden – Klein-Alt Erlaa in der Nähe der historischen Stadtmauer!“ Die Gruppe hatte alle Register der Einspruchsmöglichkeiten gegen den Bau gezogen. Die Vorwürfe reichten von nicht nachvollziehbarer Einladungspolitik zu den Bauverhandlungen über Proteste gegen den zu erwartenden Verkehr bis hin zum Vorwurf, dass mit dem Argument des betreuten Wohnens in den unteren Bereichen und auf weniger als 20 Prozent der geplanten Fläche schlicht ein lukratives Immobilienprojekt durchgezogen werden solle.

Dagegen hat Walter Mayr, Funktionär der Bauwerber der NÖ Wohnbaugruppe, im speziellen der WET, stets lautstark gegen Verzögerungen eines sozial sinnvollen Projekts gewettert. Nach langem Warten nun das Ergebnis: Der Verwaltungsgerichtshof hat dem Hochhausbau eine Absage erteilt. Die Baubewilligungen sind aufgehoben worden.

Informationen zum Bau wurden nicht dargelegt

Weil der Bauwerber nicht genau dargelegt hat, wie das Gebäude eigentlich benutzt werden soll, konnte man auch nicht darlegen, welche Emissionen, welche Frequenz, oder welche Lärmbelästigung tatsächlich aus dem Bau resultieren.

Sommerlechner: „Ich finde, da hat der Verwaltungsgerichtshof den Finger auf den wunden Punkt gelegt. Der Bauwerber hat durch die mangelhafte Einreichung auch verhindert, dass betreutes Wohnen in Groß-Enzersdorf Realität geworden wäre. Jetzt kann endlich seriös über betreutes Wohnen geredet werden und dies am besten mit den Betroffenen und den Anrainern.“

Walter Mayr beteuert, dass nun erst einmal das Urteil genau gelesen werden müsse. WET-Direktor Johannes Karner: „Wir müssen den Schriftsatz erst analysieren und bewerten. Dann erst können wir entscheiden, ob wir neu planen oder die Finger überhaupt gänzlich von dem Hochhaus-Projekt lassen.“