Betrunkener hielt Frau Machete an. Der Ausklang eines feucht-fröhlichen Grillabends führte zum Prozess am Landesgericht.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 21. Januar 2021 (04:28)
Der beschuldigte Marchfelder befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft in Korneuburg und wartet auf seinen Prozess.
Löwenstein

Sowohl ein Grillabend wie auch eine Beziehung dürften im vergangenen August gewaltig aus dem Ruder gelaufen sein. Angeklagt war ein 49-jähriger Mann aus der Gemeinde Groß-Enzersdorf. Er soll beim Ausklang einer Grillfeier mit Freunden eine Machete an den Hals seiner Frau gehalten haben und sie so mit dem Tod bedroht haben, wie die Staatsanwaltschaft Korneuburg, vertreten durch Rupert Elsner, ihm vorwarf. Dem vorangegangen war, laut Verteidiger Martin Fischer, „eine persönliche Kränkung“ seines Mandanten durch seine Ehefrau.

Die Kränkung habe darin bestanden, dass die Ehefrau und eine Freundin den Wunsch äußerten, noch fortzugehen, was der Angeklagte dahingehend interpretierte, dass sich die zwei Frauen „Männer aufreißen wollen“, da er seinen ehelichen Pflichten aufgrund einer „bösartigen Krankheit“ seit Längerem nicht mehr nachkommen konnte. Das Paar habe seit geraumer Zeit Beziehungsprobleme gehabt, schilderte die 52-jährige Ehefrau vor Richterin Lydia Rada; vor allem, wenn ihr Mann – wie an dem Abend im August – zu viel getrunken hatte.

Für den Angeklagten war seine Reaktion – er holte eine 64 Zentimeter lange Zuckerrohr-Machete, die er aus Jamaika mitgebracht hatte – ein „dummer Scherz“, wie er Richterin Rada seine Sicht der Dinge schilderte. „Was soll daran witzig sein?“, fragte Rada wenig amüsiert. „Das weiß ich auch nicht mehr“, gestand der Angeklagte ein. Er habe sich auch unmittelbar nach dem Vorfall entschuldigt, beschwichtigte er. Tatsächlich irritierend blieb die Tatsache, dass die Ehefrau erst rund drei Wochen nach dem Vorfall Anzeige erstattete.

Erst dann wurde der Mann des gemeinsamen Hauses verwiesen und die Ehefrau erwirkte ein einstweiliges Betretungsverbot. Den Konflikt dieses Paares, bei dem keiner bisher die Scheidung eingereicht hat, konnte die Richterin nicht lösen, die juristische Seite allerdings schon. Da es sich bei der Machete um ein Souvenir handelte und die Klingen somit stumpf waren, sah Rada die Todesdrohung als nicht gegeben und bot dem Angeklagten eine Diversion in Form von 100 Stunden gemeinnütziger Tätigkeit an. Der Mann akzeptierte.