Es sprudelt und plätschert: Wasserspiegel gestiegen. Der Wasserspiegel im Groß-Enzersdorfer Arm ist kräftig gestiegen. Der grüne Klimaschutzstadtrat Andreas Vanek bat zum Lokalaugenschein beim „Elferl“ in der Lobau.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 16. April 2021 (05:50)
Klimaschutzstadtrat Andreas Vanek freut sich über das sprudelnde Wasser beim „Elferl“ in der Lobau. Eine Räumung eines Altarms bei der Saltenstraße durch die Stadt Wien hat den nassen Segen bewirkt.
Kremsmayer

Es sprudelt und plätschert im Groß-Enzersdorfer Arm. Der Wasserspiegel ist kräftig gestiegen, unterm Egerer-Brückerl fließt wieder Wasser. Die bisher sehr besorgten Lobau-Beobachter jubeln, Klimaschutzstadtrat Andreas Vanek, der sich zuletzt für mehr Wasser in der Au bei der Stadt Wien und dem Umweltministerium eingesetzt hatte, bittet zum Lokalaugenschein – natürlich samt Fototermin – zum Elferl.

Dort ist nicht nur der Wasserstand am Badewasser beeindruckend gestiegen, der breite Kiesstrand ist fast verschwunden, auch die Fischaufstiegshilfe ist nach jahrelanger Trockenheit erstmals wieder geflutet.

Wer brachte nun den nassen Segen? Da gibt es noch unterschiedliche Theorien: War es die sogenannte „Gerinneräumung“ zwecks „Wasserdotation der Oberen Lobau“ bei der Saltenstraße zwischen Essling und Aspern, wie die Stadt Wien auch an ihren Infotafeln kundtat? Dort wurde im Auftrag der MA 45 (Wiener Gewässer) ziemlich viel an Anlandematerial aus dem Altarm auf einer Länge von einem Kilometer gefischt und dieser Arm dadurch wieder durchgängig gemacht.

Oder war’s die Öffnung der Sperrbrunnen?

Oder war’s die Öffnung der Sperrbrunnen beim Tanklager Lobau, die sich nun in den Dienst der Wasserdotation aus der Donau stellten? Vanek hatte sich – nach Bekanntwerden der erfolgten Sanierung des im 2. Weltkrieg durch Bombentreffer kontaminierten Areals – für eine Flutung aus der Donau ausgesprochen. Dieses Ansinnen dürfte aber noch nicht ausschlaggebend gewesen sein, der Bescheid zur Betätigung der Sperrbrunnen wird erst ab Mai gültig, so erste Auskünfte der MA 31 (Wiener Wasser), die für das Trinkwasser zuständige Magistratsabteilung.

Ob Donauwasser je die Lobau fluten wird? Wenn, dann ist das noch ein Langzeitprojekt. Denn die Trinkwasser-Zuständigen fürchten eine Verunreinigung des Trinkwassers des Brunnens Lobau. Für eine Dotation der gesamten Lobau aus der Donau müsste dort erst eine Wasseraufbereitungsanlage gebaut werden. Dafür wartet man wohl eine EU-Richtlinie ab, die dies ohnehin für alle Brunnen vorschreiben würde. Fürs erste darf man also dem Projekt der Gerinneräumung dankbar sein.