Flüchtlinge: "Was sagen wir dem Sozialamt?“. Ulla Kremsmayer berichtet über die Hürden, die Flüchtlinge auch nach Erhalt ihres Asylbescheids nehmen müssen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 25. Januar 2017 (04:14)
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Fatima und Esra kamen im Oktober nach Österreich.
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Immer wieder dieser Spießrutenlauf: Flüchtlinge werden zu Dingen verpflichtet, die sie nicht einhalten können. So erging es auch Fatima, die im Oktober mit ihren Kindern von Mersin an der türkischen Grenze zu Syrien ihrem Mann Ahmet, der mit seinem Sohn Aladin eineinhalb Jahre davor in Österreich gelandet war, nachreiste.

Spätestens drei Monate nach Ahmet um einen Asylbescheid für Familienzusammenführung ansuchen – ja natürlich, nur leider war kein Termin in der österreichischen Botschaft in Ankara zu bekommen. Und dann nach vielen Interventionen kein Einlass ohne Reisepass.

Aufforderung, Deutsch zu lernen, kam sofort

Viele Wege folgten, um einen Pass von außerhalb des Landes zu bekommen, schwacher Trost: Andere warten noch länger, Fatima ist jetzt da. Und gleich mit ihrem Asylbescheid kam die Aufforderung, sich beim Integrationsfonds für Werte- und Deutschkurs anzumelden. Also nichts wie hin. Aber leider, das gehe nicht ohne Flüchtlingspass. Als dieser endlich da ist, wieder zur Anmeldung.

Die nette Dame vom Sozialamt fängt ohne fixen Kursplatz erst gar nicht an, mit der Mindestsicherung zu rechnen. Und einen Kindergartenplatz für den Kleinsten müsse Fatima auch haben – dort ist aber leider nichts frei. Dann wenigstens die amtliche Bestätigung, dass der Sohn auf der Warteliste steht.

"Austellung dauert halt"

Gut, endlich ist ein Deutschkurs-Platz gefunden. Aber schon am zweiten Tag wird Fatimas E-Card eingemahnt. Die Dame von der Gebietskrankenkasse meint, die Ausstellung dauere halt, ein wenig Geduld noch. Die hat man aber weder beim Integrationsfonds, der den Kurs zahlt, noch am Institut.

Wieder ziehe ich zu Felde, bis der Integrationsfonds die Lösung akzeptiert, dass er bei der GKK die Sozialversicherungsnummer abfragen könne, die ja seit Monaten feststehe. Doch im Deutschkurs ist mittlerweile kein Platz mehr, im April starte ein neuer, wird vertröstet. Und was sagen wir der netten Dame vom Sozialamt?