Groß-Enzersdorf

Erstellt am 19. Januar 2017, 05:05

von Ulla Kremsmayer

Fluglärm: Keine Entlastung in Sicht. Der „gekurvte Anflug“ auf die Flughafen-Piste 16 war lange Zeit ein Hoffnungsschimmer für lärmgeplagte Stadtler, jetzt schwindet aber die Zuversicht.

Adolf Obrist ist mit keiner der von der Austro Control vorgeschlagenen Flugrouten-Varianten einverstanden.  |  Archiv

Kommende Woche wird es eine neue Detailverhandlung für den „gekurvten Anflug“ („curved approach“) auf der Piste 16 des Schwechater Flughafens, also derjenigen Piste, von der Groß-Enzersdorf und seine Umgebung besonders betroffen sind, geben.

Schimmerte der sogenannte „curved approach“ lange als Hoffnungsstrahl der Lärmgeplagten am Horizont, schwindet jetzt die Zuversicht. Adolf Obrist, unermüdlicher Streiter in Sachen Fluglärm, ist alarmiert: „Sämtliche von der Austro Control angebotenen Varianten bedeuten eine Umverteilung des Fluglärms weg von Wien in Richtung Groß-Enzersdorf“, schreibt er. „Das heißt, alle Varianten bringen, ohne Ausnahme, eine Entlastung für den 22. Bezirk und eine deutliche Verschlechterung für die Gemeinde Groß-Enzersdorf. Denn alle vorgeschlagenen Routen verlaufen über niederösterreichischem Gebiet und ab einer Flughöhe unter 1.000 Metern ausschließlich über das Gemeindegebiet von Groß-Enzersdorf.“

Dabei zeigten die Werte der fixen Messstellen in Eßling und in Groß-Enzersdorf, dass die Tageswerte im Stadtl praktisch doppelt so hoch sind wie jene in Eßling, und selbst in der Nacht, ist es in Groß-Enzersdorf lauter als in Eßling bei Tag. „Warum also weitere Entlastungen für ein im Vergleich zu Groß-Enzersdorf relativ verschont gebliebenes Gebiet?“, meint Obrist.

SP-Vizebürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec möchte sich angesichts der ausstehenden Gesprächsrunde mit öffentlichen Aussagen noch zurückhalten. „Aber so viel sei gesagt: Aufgrund der aktuellen Flug-

situation über dem Gemeindegebiet und den Rahmenbedingungen wird einer zusätzlichen Flugroute über dem Gemeindegebiet seitens Groß-Enzersdorf – wie denjenigen, die aktuell in Diskussion sind – keine Zustimmung erteilt werden.“ Es wären in der Ist-Situation keine spürbaren Entlastungen für Betroffene festzustellen, aber es würden sich „neue Betroffene“ ergeben.