Flugverkehr: Horrornächte im Herbst. Bürgerinitiative „Lautstark gegen Fluglärm“ fordert dringend ein Nachtflugverbot.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 30. November 2018 (04:02)
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Im Oktober wurden die Anrainer von insgesamt 111 Flugzeugen mit 80 Dezibel in den Nachtstunden aus dem Schlaf gerissen.
NÖN-Archiv

„Die Flugbilanz des Monats Oktober steht beispielhaft für die unerträglichen Qualen der Groß-Enzersdorfer. Sie zeigt die Wirklichkeitsfremde der derzeit bestehenden Regelungen“, schreibt Martin Leidinger, einer der Sprecher der lokalen Bürgerinitiative „Lautstark gegen Fluglärm“.

In mehr als der Hälfte aller Oktobernächte landeten jeweils bis zu 76 Flugzeuge. Und in der vermeintlich „flugberuhigten“ Zeit zwischen 23.30 Uhr und 5.30 Uhr früh rissen insgesamt 111 Flieger mit 80 Dezibel und mehr die Anrainer im letzten Monat während der Nachtkernzeit aus dem Schlaf.

Das vorgesehene Jahres-Limit für Flüge in diesen Stunden sei bereits per Ende Oktober überschritten – ohne unmittelbare Folgen für den Flughafen Wien.

"Werden Sie endlich aktiv!"

„Vereinbarte Jahres-Höchstzahlen für Nachtflüge nützen offenbar nichts. Wir sind verzweifelt“, so Leidinger. Denn Fluglärm sei nachts besonders gefährlich. Umweltmediziner Hans Peter Hutter habe kürzlich bestätigt, dass Schäden an Herz-Kreislauf- und Nervensystem sowie Leistungsabfall bei Konzentration und Lernvermögen außer Zweifel stünden.

Die Bürgerinitiative fordert daher ein wirksam sanktioniertes Nachtflugverbot für den Flughafen Wien-Schwechat, zumindest in der Zeit zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr früh. Ebenso eine Durchrechnung der vereinbarten Lande-Quote – maximal 27,5 Prozent aller Landungen sollten über Piste 16 gehen – nicht im Jahresschnitt, sondern wöchentlich, zumindest aber monatlich. Zudem wird eine Anpassung der geltenden „Windstille-Grenze“ verlangt. Derzeit wird Piste 16 bei Wind aus Süd-Ost für Nachtlandungen bereits frei gegeben, wenn die Windgeschwindigkeit 6 Knoten (11 km/h) übersteigt. Dieser rein willkürlich festgelegte Grenzwert müsse dringend erhöht werden.

Die Bürgerinitiative schickte auch einen offenen Brief an die Bürgermeisterin. Darin heißt es: „Werden Sie endlich aktiv!“