Friedensgruß ganz ohne Händedruck. Mit Maske und Desinfektionsmittel besuchten 42 Gläubige das Stadtler Gotteshaus.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 22. Mai 2020 (05:30)
Stadtorganist Martin Strommer und NÖN-Reporterin Ulla Kremsmayer mussten nach erfolgreicher Messe sofort auch ins Bild mit Pfarer Arkudiusz Borowski (v.r.) – als Erinnerung an diesen glücklichen Tag.
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Pfarrer Arkudiusz Borowski strahlt über das ganze Gesicht: „Es war mir eine so große Freude, wieder Menschen vor mir in der Kirche zu sehen, ich kann das gar nicht beschreiben.“ Borowski hatte zwar schon an den vergangenen Sonntagen regelmäßig die Messe gefeiert, allerdings nur vor der Facebook-Kamera sowie täglich allein in seiner Pfarrwohnung.

Zudem ist er mit dem Rad herumgetourt und hat vom Gehsteig aus seine Schäfchen betreut. „Aber jetzt endlich wieder gemeinsam, so ein Glück.“ Doch nur ein paar seiner Gemeinschaft der Gläubigen finden Platz in der Stadtpfarrkirche: 42 sind gekommen, 45 hätten zu Not hineingepasst. Denn es ist alles genau ausgemessen, die Sitzplätze in den Kirchenbänken sind mit Pickerln markiert.

Der erste Kirchgang nach demLockdown – inklusive Maske und Desinfektionsmittel.
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Die Hände werden desinfiziert, der Friedensgruß muss dennoch ohne Händedruck auskommen, der Empfang der Kommunion ist nur mit Maske erlaubt, der Gesang aufs Notwendigste reduziert – konkret auf das, wofür man kein Gesangsbuch braucht. Stadtorganist Martin Strommer hat dafür Orgelmusik von Mendelsohn-Bartholdy als Umrahmung in petto.

Und die Texte der Lesung rekurrieren auf die frühkirchliche Expansion, die Botschaft: Wir werden sicher mehr. Die Kirchgänger genießen auch jetzt schon das kleine Zusammenstehen nach der Messe, freilich streng mit „social distancing“ und lauschen, was sich der Pfarrer für Fronleichnam alles ausdenken will.