Initiative: ÖVP macht jetzt mobil. Stadt-VP testet nun einen Mobilitätspass für das Stadttaxi und spart nicht mit Kritik gegenüber SPÖ und Grünen wegen verworfener Pläne. Die Regierungsparteien kontern.

Von Stefan Havranek und Natascha Steiger. Erstellt am 06. Mai 2018 (04:10)
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Die Gemeinderäte Markus Reschreiter und Gottfried Rotter sowie Reinhard Wachmann (Stadtrat für Wirtschaft) sind von dem Stadttaxi, das 24 Stunden bereitsteht, überzeugt. Die Kosten belaufen sich auf einen Euro pro Kilometer. Bestellungen sind unter 0676/33 55 005 möglich.
ÖVP

Nachdem mehrere Versuche für eine bessere Mobilität gestartet wurden, aber schlussendlich scheiterten, rief die ÖVP einen Mobilitätspass für das Stadttaxi ins Leben. Schuld an der zähen Entwicklung sei laut den Schwarzen die rot-grüne Stadtregierung.

Seit längerer Zeit würde man eine Busverlängerung in die Katastralgemeinden planen. Doch auch auf Nachfragen der ÖVP bei der Stadtregierung 2017 folgte keine Umsetzung: „Seither Schweigen im Walde, obwohl wir ein fertiges Konzept hätten. Die rot-grüne Stadtregierung müsste die rot-grüne Regierung von Wien mit an Bord holen. Das sollte für erfahrene Politiker kein Problem sein“, so die VP. Auch weitere Ideen, wie die Einführung eines Stadtbusses sowie ein Radweg nach Neu-Oberhausen, wurden nach einiger Zeit wieder verworfen.

"Die Stadtgemeinde ist laufend in Gesprächen"

Die ÖVP steht auch dem Vorhaben von Grünen-Stadtrat Andy Vanek und SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec, ein neues „AST-Taxi“ (Anruf-Sammeltaxi für die südlichen Marchfeld-Gemeinden), kritisch gegenüber: „Obwohl bereits das alte AST-Taxi nicht funktioniert hat, will man nun an einer Lösung basteln, die auf demselben Konzept beruht?“

Deshalb gibt es nun den Mobilitätspass für Fahrten zwischen den Katastralen und Groß-Enzersdorf. Pro 5 Euro Fahrpreis erhält man einen Stempel im Pass. Sobald der voll ist, bekommt man 10 Enzi-Taler (bei einigen städtischen Betrieben einlösbar) ausbezahlt. Somit können bis zu 40 % Rabatt auf den Fahrpreis geltend gemacht werden. In einer Testphase soll ermittelt werden, bei welchen Strecken der größte Bedarf liegt.

Obereigner-Sivec ist über den „einseitige Vorgehensweise der VP“ nicht erfreut: „Die Stadtgemeinde ist laufend in Gesprächen, um die optimale Lösung für Groß-Enzersdorf und seine Katastralen zu finden. Darüber hinaus hat im April das erste konstruktive Gespräch mit dem Bezirksvorsteher aus dem 22. Bezirk und Vertretern des VOR stattgefunden. Ziel ist es, beim öffentlichen Verkehr gemeinsam eine langfristige Lösung für die Bürger auszuarbeiten.“

Vanek: „Die VP stellt sich nur ahnungslos“

Auch Vanek verweist auf die Gespräche und kritisiert das „Vorpreschen der VP“: „Sie sind in allen Gesprächen dabei und stellen sich jetzt ahnungslos.“ Es gebe Gespräche in alle Richtungen und es werde mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet.

„Ein Taxisystem kann immer nur eine Ergänzung zum öffentlichen Verkehr darstellen und diesen nicht ersetzen. Daher ist es uns wichtig, in erster Linie den öffentlichen Verkehr zu forcieren“, so die Stadtchefin, die warnt: „Ein parteipolitischer Schnellschuss ohne Rücksprache mit dem zuständigen Ausschuss ist in der aktuellen Situation nur bedingt hilfreich, da das die Verhandlungen negativ beeinflussen könnte.“