Keine Zustimmung: Stadt gegen Marchfeld-Mobil. Groß-Enzersdorfer Gemeinderat lehnt Unterstützung des Fahrtendienstes ab. Mobilitätsstadtrat Andreas Vanek wollte bei Finanzierung keinen Fixbetrag festlegen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 02. November 2018 (04:18)
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Andreas Vanek kontert den Aufruf aus Gänserndorf.

In der letzten NÖN rief VP-Landtagsabgeordneter René Lobner in seiner Funktion als Marchfelder Regionsobmann Groß-Enzersdorf dazu auf, das Marchfeld-Mobil zu unterstützen, das das alte Anrufsammeltaxi-System ersetzen wird. „Nur das Ja aus Groß-Enzersdorf fehlt leider noch“, so Lobner, der eine Win-win-Situation für Betroffene, Taxiunternehmer sowie Gemeinden skizzierte. Doch die Zustimmung aus Groß-Enzersdorf wird nicht kommen.

Zum ablehnenden Gemeinderatsbeschluss ließ Grünen-Mobilitätsstadtrat Andreas Vanek wissen: „Vor über zehn Jahren hat Groß-Enzersdorf mit Unterstützung von VOR und Land NÖ sowie gemeinsam mit Andlersdorf, Haringsee, Leopoldsdorf, Mannsdorf, Markgrafneusiedl, Obersiebenbrunn, Orth, Raasdorf und Untersiebenbrunn das AST Marchfeld ins Leben gerufen. Als größte Gemeinde hat man Verantwortung in der Region übernommen, ist für die monatlichen Taxirechnungen in Vorlage getreten, hat die Kosten an die anderen Gemeinden verrechnet und die Förderabwicklung durchgeführt.“

Bei der Finanzierung, so der Stadtrat, habe man sich darauf geeinigt, keinen reinen Bevölkerungsschlüssel heranzuziehen, sondern die tatsächlichen Fahrten einfließen zu lassen. Auch dem neuen Projekt gegenüber sei man sehr aufgeschlossen gewesen, habe aber immer klargestellt, dass man für die Abrechnung die tatsächliche Nutzung und keinen reinen Bevölkerungsschlüssel möchte.

„Dann machen wir eben unser eigenes Modell“

„Dieser Wunsch von Groß-Enzersdorf wurde aber ignoriert. Statt bisher – je nach Nutzung – rund 20.000 Euro jährlich sollte die Gemeinde nun einen Fixbetrag von 65.000 Euro bezahlen. Deshalb fasste der Gemeinderat einstimmig den Beschluss, nicht beizutreten.“

Und weiter: „Anstatt uns via NÖN auszurichten, wir sollten umdenken, wäre es von Abgeordnetem Lobner angebracht, ein wenig Bewegung in die Sache zu bringen.“

Man sei an jeder Verbesserung interessiert, aber die Gemeindevertreter hätten die Gelder der Bürger sorgsam zu verwalten. „Wir haben ein Taxiunternehmen im Ort. Kommt man uns nicht entgegen, machen wir eben unser eigenes Modell“, so Vanek.