Müllsammelaktion: „Weg mit dem Dreck!“. Grüne und NEOS starten Initiativen gegen die Vermüllung. Mit Sammelaktionen und einer App, die Mist-Hotspots aufsucht, soll gezielt gegen das Problem vorgegangen werden.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 16. April 2021 (04:51)
Die NEOS beim Müllaufspüren: Mario Kaider (l.) und Harald Skrabal sind mit der „Dreckspotz“-App unterwegs. 
NEOS

„Groß-Enzersdorf hat ein Müllproblem“, so Gemeinderätin Margit Huber von den Grünen, der die vermüllten Wege und Straßen schon länger ein Dorn im Auge sind. So trommelt sie seit Jahresbeginn fleißige Menschen zusammen, die mindestens einmal pro Woche Müll sammeln gehen.

Margit Huber und Karin Siebert-Gulle von den Grünen gehen mit einer Sammelaktion gegen die Vermüllung vor.
Grüne

Bei den Sammelaktionen fallen zwei Problembereiche ins Auge: Einerseits die vielen Dosen und Plastikflaschen direkt neben den Straßen. Gar nicht so wenige Autofahrer werfen wohl einfach ihren Müll aus dem Autofenster. Auch das vom Winde verwehte Verpackungsmaterial rund um die großen Supermärkte fällt auf.

Andererseits gibt es Problemstellen, wie in einem kleinen Waldstück in Neu-Oberhausen, das wohl schon jahrzehntelang als Müllhalde diente. „Hier findet sich dann alles – von einem Sack voll alter Schuhe über leeren Plastiktöpfe bis hin zu Bauschutt, CDs und einem ganzen Laminatboden“, so Huber.

Die Gruppe stellt den eingesammelten Müll in Säcken dann an eine Sammelstelle. „Wir informieren den Bauhofleiter davon und der Bauhof nimmt die Säcke bei der nächsten Runde mit. Das funktioniert sehr gut.“ Auch die NEOS ärgern sich über das zunehmende Mistproblem. „Der in der Lobau hinterlassene Müll und die damit verbundene Gefahr für Umwelt und Wildtiere müssen wohl erst ins Bewusstsein der Frischluftsuchenden in der Lobau“, so der NEOS-Umweltbeauftragte Harald Skrabal.

Straßen gleichen einer Mülldeponie

Ein Lokalaugenschein zeigte auch NEOS-Gemeinderat Reinhard Wachmann, dass „die Natur, aber auch die Straßen entlang der Lobau einer Mülldeponie gleichen“. Speziell in Corona-Zeiten wachse mit der Anzahl der Erholungssuchenden der Müllberg. „Mit der ‚Dreckspotz‘ APP von Global 2000 wollen wir die Müll-Hotspots in Groß-Enzersdorf und der Lobau aufspüren und so gezielt im Gemeinderat Anträge zur Aufstellung fehlender Mülleimer in Groß-Enzersdorf einbringen. Wir werden auch unseren Kollegen in Wien die Hotspots schicken“, so Wachmann, denn die Lobau selbst ist ja Wiener Stadtgebiet.

Derweil haben die Grünen rund um die Lobau schon drei große sogenannte Plogging-Tonnen aufgestellt, die dafür vorgesehen sind, dass Spaziergänger, die ebenfalls fleißig Müll klauben, diesen darin entsorgen können.