Petition für den Öffi-Ausbau gestartet. In der jüngsten Sitzung war sich der Gemeinderat einig: Das 1-2-3-Klimaticket soll rasch umgesetzt werden.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 11. Juni 2021 (04:53)
Gemeinsame Petition für den Öffi-Ausbau: Vize Robert Fehervary (SPÖ), Gottfried Rotter (ÖVP), Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec (SPÖ), René Azinger (FPÖ), Andreas Vanek (Die Grünen) sowie Reinhard Wachmann (NEOS)
Gemeinde, Gemeinde

Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung eine Petition, die gar nicht so einfach zustande zu bringen war. Denn das 1-2-3-Ticket bzw. eine der zentrale Forderungen darin könnte für die Stadt Groß-Enzersdorf eigentlich auch Nachteile bringen, weil die Stadt aus historischen Gründen ohnedies Teil der Kernzone 100 ist.

Eingliederung in die Kernzone gefordert

Eine strenge Auslegung des neuen Tickets könnte sie in die zweite Zone – wie alle anderen niederösterreichischen Gemeinden außer Schwechat – versetzen und damit die Ticketpreise verdoppeln. Nun wird aber die sofortige Einführung des 1-2-3-Klimatickets gefordert und die Hereinnahme der Katastralgemeinden in die Kernzone.

„Gerade für Groß-Enzersdorf ist ein bundesländerübergreifendes Öffi-Ticket zu einem vernünftigen Preis besonders wichtig und ein rascher Ausbau des öffentlichen Verkehrs essenziell – aktuell auch im Hinblick auf die Diskussion ,Wiener Parkpickerl‘“, meint Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec und freut sich, dass in dieser wichtigen Angelegenheit alle Fraktionen in Groß-Enzersdorf an einem Strang ziehen.

Schlechterstellung für Pendler verhindern

Die wichtigsten Punkte der Petition: Das 1-2-3-Klimaticket soll rasch umgesetzt werden. Es darf dabei keinesfalls zu einer Schlechterstellung der betroffenen Pendler kommen. Die Landesgrenzen dürfen nicht als unumgängliche Tarifzonengrenzen festgesetzt werden. Der 365- Euro-Jahrestarif für die Zone 100 Wien, die im Zentrum von Groß-Enzersdorf bereits gültig ist, soll in Zukunft für alle Bürger der Großgemeinde gelten.

Die Anbindung der Umlandgemeinden mit schienengebundenen, leistungsstarken öffentlichen Verkehrsmittel soll so erfolgen, dass sie bei Einführung des flächendeckenden Parkpickerls in Wien bereits umgesetzt ist. Alternativ dazu ist bis zu diesem Zeitpunkt dafür Sorge zu tragen, dass bestehende Buslinien in die Randbereiche der Großgemeinde fahren. Ebenso soll der Ausbau der Umfahrung von Groß-Enzersdorf schneller in Angriff genommen und der Anschluss ans bestehende Straßennetz sichergestellt werden.