Rückblick: Geburtsstunde der SPÖ. Die Sozialdemokraten luden wieder zum Roten-Nelken-Ball. Bei ausgelassener Stimmung wurde auch an den Einigungsparteitag zur Jahreswende 1888/1889 erinnert.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 26. Januar 2019 (04:53)
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Es war ein schöner Ball in guter Stimmung – der letzte seiner Art im alten Stadtsaal, denn im Herbst soll der Umbau beginnen.
Kremsmayer

Beim Roten-Nelken-Ball war es die Frage zu Mitternacht: Wann war der Einigungsparteitag in Hainfeld? Die richtige Antwort: Vor 130 Jahren. Dennoch überraschte die Frage in einer heiteren Ballnacht. „Ja, ich freu mich auch sehr, wenn man mich fragt, ob das Thema noch aktuell ist“, stößt SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec nach.

Der Einigungsparteitag zur Jahreswende 1888/1889 in Hainfeld gilt als Geburtsstunde der Sozialdemokratie. Victor Adler gelang es dort, die „Gemäßigten“ und die „Radikalen“ zu versöhnen. Obereigner-Sivec bekräftigt: „Es ist eine große Errungenschaft, dass wir in einer Demokratie leben und Vertreter des einfachen Volkes im Parlament sitzen. Dinge, die über Jahrtausende den Arbeitern verwehrt waren, wie das Wahlrecht, die soziale Absicherung sowie der freie Zugang zur Bildung, wurden so erkämpft.“

Gut, aber ist die Mission der Sozialdemokratie nicht schon erfüllt? „Ich fürchte, diese Mission wird nie ganz erfüllt sein. Die rasante gesellschaftliche Entwicklung verlangt ständig nach Optimierung“, so die Stadtchefin. Und was kann die SPÖ auf Gemeindeebene besser? „Schwierige Frage – wir arbeiten zukunftsorientiert und sachlich an Projekten. Wir wollen dabei auf das Verständnis unter den Bewohnern setzen und auf Bürgerbeteiligung.“