Schulen sagen trotz Lockdown: „Ihr Kinderlein, kommet!“

Gänserndorfer Direktoren geben zu bedenken, dass Regelmäßigkeit für Kids wichtig ist und die Schule ein verhältnismäßig sicherer Ort sei.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:48
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Gymnasium-Direktor Windisch: „Es gibt keine Lernpakete.“
Foto: Schule Groß-Enzersdorf

Während die einen, wie der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer, appellieren, die Kinder zu Hause zu lassen, rufen andere auf, sie in die Schule zu schicken.

Und während die Infektionen gerade bei den unter 15-Jährigen landesweit in die Höhe schießen, ruft Manfred Windisch, Direktor des Groß-Enzersdorfer Gymnasiums, auf, die Kinder in den Unterricht zu schicken, denn nur da finde er statt, Schüler bräuchten nun einmal Regelmäßigkeit – und die fänden sie nur in der Schule. „Entgegen manchen Pressemeldungen gibt es auch keine Lernpakete“, gibt er zu bedenken.

Schule schützt Familien durch regelmäßige Tests

Windisch geht darüber noch hinaus und gibt schriftlich die Mahnung aus: „Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung, dass durch die regelmäßigen Testungen vor Ort auch Sie und Ihre Familie geschützt sind.“ Die Schule verzeichne auch nur ein bis zwei Fälle in der Woche.

Die Volksschule Oberhausen jubelt: „Wir dürfen den Schulbetrieb in nahezu unveränderter Form fortsetzen.“ Dazu gibt es freilich Hinweise auf die neue Maskenpflicht und die kommenden zusätzlichen PCR-Tests, die ab dem 29. November zweimal statt nur einmal gemacht werden.

Die anderen Schulen, die Volksschule und die Mittelschule im Stadtl, lassen auf ihren Homepages keine neueren Überlegungen erkennen, die Mittelschule verlinkt auf die aktuellen Infos des Bildungsministeriums und da gibt es Sonntagabend vor dem Lockdown auch nichts Neues. „Ja, bei uns ist alles fast normal“, bestätigt Direktor Michael Paternostro. „Die meisten Kinder sind in der Schule, wir hatten und haben auch kaum Infektionsfälle.“ Die Schule machte im Herbst auch großzügige Impfangebote, viele Schüler nutzten dies, Anfang Dezember werde wieder gestochen, so Paternostro.

Erlass zu kurzfristig, Entscheidung liegt bei Eltern

Oberhausens Volksschuldirektorin Gabi Mindt ärgert sich über die kurzfristigen Informationen. Der Erlass sei am Freitagnachmittag gekommen, „den Eltern wurde letztlich aufgebürdet, die Entscheidung für ihre Kinder zu treffen“, moniert Mindt. Wann und wie man das Versäumte nachholen soll? Darauf gebe es keine Antworten, auch darauf nicht, wann die Lehrer Lernpakete schnüren sollten. Eines ist aber klar: „Wir freuen uns schon, wenn wieder alle da sind“, schließt Mindt.