Stadtl hat keine Sommerschule. Groß-Enzersdorfer Volks- und Mittelschüler müssten nach Gänserndorf oder Deutsch-Wagram.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 03. Juli 2020 (04:29)
Weil in der Stadt keine Sommerschule angeboten wird, heißt es für Groß-
Enzersdorfer, private Angebote zu nutzen. „Willkommen in Groß-Enzersdorf“ wird wie 2019 für Flüchtlingskinder eine Sommerschule organisieren, das Ferienspiel der Volkshochschule lädt zu Aktivitäten
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Vorige Woche lobte Bildungsminister Faßmann die gute Akzeptanz der Sommerschule (zwei Wochen Unterricht am Ende der Ferien für Schüler, die schwach in Deutsch sind und während der Coronakrise weiter zurückgefallen sind). Auch im Stadtl gibt es eine Reihe solcher Kinder.

Allerdings findet die Sommerschule für Volksschüler in Deutsch-Wagram, für Mittelschüler in Gänserndorf statt. In den Ferien fährt dorthin kein Schulbus. Und gerade in dieser Zielgruppe sind die Eltern oft nicht motorisiert oder haben wenig Tagesfreizeit. „Wir hätten gerne eine Sommerschule gemacht“, sagt Mittelschuldirektor Michael Paternostro.

„Wir haben Schüler, die das gebraucht hätten, und auch Lehrer, die in den Ferien unterrichtet hätten.“ Jetzt hat er nur drei Anmeldungen. Doch jüngst erfuhr er von einer Ausnahme: Das Gymnasium steht für dessen Schüler offen, die drei Mittelschüler dürfen aber nicht dorthin, ist es doch eine Bundesschule. „Das schlägt dem Fass den Boden aus“, ärgert sich Paternostro. „Die, die es am dringendsten brauchen, erhalten kein ernsthaftes Angebot.“

Schulqualitätsmanager Karl Stach weiß von den Schwierigkeiten: „Wir haben versucht, mit leicht erreichbaren Standorten zu starten, Deutsch-Wagram und Gänserndorf liegen an der Bahnlinie.“ Für das südliche Marchfeld freilich keine Lösung. Einige der Ministeriumsvorschläge sind auf städtisches Gebiet zugeschnitten, die großen Distanzen im ländlichen Raum sind nicht berücksichtigt. Man werde aber versuchen, noch Lösungen zu finden – die Sommerschule soll ja auch in den nächsten Jahren angeboten werden.