Stadtl trauert um „alte Flötzerstatt“. Historisches Groß-Enzersdorfer Haus nahe der Donau wurde kürzlich abgerissen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 09. Februar 2017 (04:01)
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Das geschichtsträchtige Egerer-Haus, auch als „alte Flötzerstatt“ bekannt, wurde vergangene Woche abgerissen. Den Namen erhielt es von den an dieser Stelle früher lagernden Donau-Flößern.
NOEN, Kremsmayer

Die Nachbarschaft war zwar alarmiert, viele aufmerksame Stadtler aber schlicht traurig: Ein weiteres erinnerungswürdiges Haus, die Flötzerstatt, wurde vergangene Woche abgerissen. Nein, es war nicht denkmalgeschützt, wie einige vermuteten: Es war nur lange Zeit mit einer Gedenktafel versehen, wie auch andere geschichtsträchtige Orte der Stadtgemeinde.

Das Schild war langsam verwittert, wie auch das Haus selbst zunehmend verfallen war: Für die alten Lehmziegel hätte es mehr Wartung gebraucht. Heimatforscher Fritz Heller beschrieb das Haus, vielen nur als Egerer-Haus bekannt, das dem nebenliegenden Lobaueingang – dem Egerer-Brückerl – den Namen gab, als „alte Flötzerstatt“.

Also als Ort, wo vor der Donauregulierung, als der Groß-Enzersdorfer Arm noch ein wichtiger Flussteil war, die Flößer anlegten. Historiker Herbert Kovacic war gerade am näheren Erforschen der historischen Stätte, als er bemerkte, dass bereits das Hausdach fehlte. Von Seiten der Stadtgemeinde gab es keine Interventionen für den Erhalt des Gebäudes.