Straßenbahn-Pläne: Sehnsucht neu erweckt. Grünen-Stadtrat Andreas Vanek will Straßenbahn – aber nicht statt Bus 26A.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:01)
Das Dokument von 1914 über die geplante Eisenbahnverbindung von Groß-Enzersdorf bis nach Orth wurde von Grünen-Stadtrat Andreas Vanek präsentiert.
Kremsmayer

Der Grünen-Mobilitätsstadtrat Andreas Vanek freut sich über den Vorstoß der Stadt Wien für neue Straßenbahnverbindungen ins Umland (die NÖN berichtete). Doch von der Idee, den 26A wieder durch eine Straßenbahn zu ersetzen, hält er weniger.

Das südliche Marchfeld, Groß-Enzersdorf, aber auch Essling, Hotspots des Wiener Speckgürtels, seien von enormem Zuzug geprägt. „Aber der ,Modal Split‘, das ist das Verhältnis von Pendlern mit dem Auto und per Öffi, ist schlecht. Wir müssen ihn in der Klimakrise deutlich verbessern“, sagt Vanek.

Bei einem Schienenprojekt müsse man aber einen Horizont von 20 bis 30 Jahren berücksichtigen. Die XXL-Busse der Linie 26A haben eine Kapazität von 160 Fahrgästen und sind – jetzt bei einem 3- bis 4-Minutentakt zur Spitzenzeit – ausgelastet.

"Brauchen neue Straßenbahn zusätzlich und nicht anstatt 26A"

Straßenbahnen wie die neue „Flexity“ hätten eine Kapazität von 219 Fahrgästen. Das sei nur eine Steigerung um den Faktor 1,3. „Ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir brauchen diese neue Straßenbahn zusätzlich und nicht anstatt des 26A. Und vor allem als Schnellstraßenbahn und weitergeführt bis Orth an der Donau“, so Vanek.

Diese Idee sei übrigens gar nicht neu, meint Vanek und legt historische Dokumente vor, die von einer Amtshandlung aus dem Jahre 1914 des damaligen Eisenbahnministeriums über die geplante Eisenbahnverbindung Groß-Enzersdorf bis nach Orth berichten. Als nächsten Schritt will Vanek Fakten sammeln, fachliche Inputs einholen und sich sowohl mit den Bürgermeistern entlang des Korridors wie auch der Stadt Wien und dem Land NÖ zusammensetzen. Übrigens: Auch die NEOS forderten im Wahlkampf eine Lokalbahn – angebunden an die U2 – für Groß-Enzersdorf.