Unmut: Stadt gegen Fluglärm. Bei Infoveranstaltung im Stadtsaal wurde über die Lärmbelästigung diskutiert.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 27. September 2019 (04:17)
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Am Podium die Vertreter der Bürgerinitiativen Martin Leidinger („Lautstark gegen Fluglärm“) und Manfred Schweighart („Viel zu laut“), Flughafen-Vorstand Michael Jäger, SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec und Grünen-Klimaschutzstadtrat Andy Vanek sowie Moderatorin Elisabeth Pechmann (v.l.).
Gemeinde

Die Gemeinde hatte zur Fluglärm-Infoveranstaltung eingeladen, die Stimmung im vollen Stadtsaal war aufgeladen. Die Landeanflüge im heißen Sommer über der Stadt waren dicht, oft im Minutentakt, und Schlaf bei offenen Fenstern selten ungestört. „Stadt der verlassenen Terrassen“, bemerkte ein Herr sarkastisch.

Am Podium waren vonseiten der Gemeinde SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec und Grünen-Klimaschutzstadtrat Andy Vanek, von den Bürgerinitiativen (BI) Manfred Schweighart („Viel zu laut“) und Martin Leidinger („Lautstark gegen Fluglärm“) sowie Flughafen-Vorstand Michael Jäger. Dieser beschwichtigte: Die Flugbewegungen seien zwar in den letzten beiden Jahren um 40 Prozent gestiegen, bewegten sich aber erst jetzt wieder auf dem Stand von vor 2008. 31.000 Landungen, 31 Millionen Passagiere, man erwarte weitere Steigerungen – aus seiner Sicht positiv.

Nachtflugverbot wurde lautstark kritisiert

Erleichterung sei für die Stadtler erst durch die Dritte Piste zu erwarten, die frühestens 2030 einen großen Teil der Landungen aufnehme. Doch diese werde erst gebaut, wenn Steigerungen eingetreten seien, von denen wieder ein Prozentsatz auf der hiesigen Piste blieben. Aufgrund dieser Prozentaufteilungen gebe es keine Deckelungen, sondern Quotenbeschränkungen, beklagten die BI-Vertreter. Lautstark kritisiert wurde auch das fehlende Nachtflugverbot. Zwar gibt es eine Beschränkung von 4.700 Landungen im Jahr, was aber angesichts der schweren Maschinen eine große Belastung darstellt.

Jäger warnte vor einem Nachtflugverbot, die Flugzeuge flögen dann am Tag umso dichter. BI-Vertreter forderten Landespolitiker auf, im Dialogforum aktiv zu werden. Die Bürger im Stadtsaal machten aus ihrem Unmut kein Hehl; die einen gingen frustriert heim, andere forderten Abhilfe durch Proteste und Demonstrationen.