Vom Syrien-Krieg ins Stadtl. Vier Neuankömmlinge wurden kürzlich in ihr Quartier in Groß-Enzersdorf gebracht. Bei einer Jause im Garten wurden die jungen Syrer willkommen geheißen.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 02. April 2021 (04:22)
Die Deutschlehrerinnen Gisela und Sonja mit drei der Neuankömmlingen – alle heißen Ibrahim mit Vornamen – sowie Alaa und den fleißigen Übersetzern Abdulrahman und Mohamad.
Kremsmayer, Kremsmayer

Noch vor der Karwoche wurden vier neue syrische Flüchtlinge in ihr Quartier in Groß-Enzersdorf gebracht. Kaum hatten sie ihre Zimmer bezogen, schon stand Gisela, die Flüchtlingsbetreuerin der Groß-Enzersdorfer Willkommensgruppe, vor der Tür.

Sie schickte die neuen Schützlinge zur Testung, lud die ebenso frisch getesteten Deutschlehrerinnen Sonja, Helga und Marion ein, dazu die benachbarten Syrerbuben Abdulrahman und Mohamad, die schon gute Deutschkenntnisse mitbrachten. So konnte bei Gugelhupf und Tee sowie mit gehörigen Sicherheitsabständen im Garten über vorangegangene Fluchtgeschichten und die bevorstehenden Deutschkurse geplaudert werden. Letztere laufen nun schon seit Weihnachten online für Neuankömmlinge, die derzeit gar nicht so selten sind.

Denn viele Syrer, meist Kurden aus dem bis zuletzt hart umkämpften Norden des Landes, schafften zuletzt die Flucht nach Österreich. Doch freilich mussten diese Online-Deutschkurse auch erst ordentlich geplant werden, ebenso Laptops und Handys gesammelt, gespendet und Skype-tauglich gemacht werden. „Das war nicht immer so gemütlich, wie es auf diesem Bild aussieht“, sagt Gisela. „Wir müssen viel herumlaufen.“ Diese Leute kämen oft ohne Geld, ohne Gewand und ohne ein Wort Deutsch. Man fange wirklich bei null an.

Immerhin kam dann doch die Frage von Ibrahim, ob es hier tatsächlich auch den Osterhasen gebe – also wenigstens scheint der schon ein Begriff zu sein.