Wegen falschen Transports gelähmt?. Neusiedler sitzt nach Arbeitsunfall im Rollstuhl – und gibt Groß-Enzersdorfer Rotem Kreuz Mitschuld an seinem Zustand.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 01. Februar 2017 (04:43)
NOEN, NÖN (Symbol)
Laut dem Verunglückten wäre sein Zustand wesentlich besser, wäre er anstatt mit dem Rettungswagen mit dem Helikopter ins Spital transportiert worden.

Ein Neusiedler (Name der Redaktion bekannt) sitzt mit einer inkompletten Querschnittslähmung im Rollstuhl – und macht dafür das Rote Kreuz verantwortlich. Rückblick: Der Universitäts-Angestellte hatte im Jänner des vergangenen Jahres einen Arbeitsunfall in Groß-Enzersdorf – er sei ausgerutscht und hätte von diesem Moment an seine Beine nicht mehr gespürt.

Er sei von zwei Sanitätern des Groß-Enzersdorfer Roten Kreuzes mit einer gewöhnlichen Trage ins städtische Blaulichtzentrum gebracht worden, wie er am NÖN-Telefon berichtet. Dabei habe er darauf bestanden, mit dem Rettungshubschrauber transportiert und nicht bewegt zu werden.

Trotzdem sei er dann im Blaulichtzentrum vom Notarzt begutachtet worden, habe 25 mg Novalgin erhalten und sei dann mit dem Rotkreuz-Wagen ins Landesklinikum Mistelbach weitertransportiert worden – obwohl das SMZ Ost viel näher gewesen wäre, wie der Geschädigte anmerkt.

Vernichtende Diagnose kam im Krankenhaus

Weil bei dem Unfall, wie sich dann herausstellte, der erste Lendenwirbel zertrümmert worden war, sei er acht Wochen im Spital gelegen, davon die ersten drei auf der Intensivstation. Es folgten sechs Monate Reha-Aufenthalt – „beim Transport dorthin wurde ich wenigstens auf die Luftmatratze gelegt“, so der Mann.

Jetzt der Vorwurf: Auf dem Weg von der Unfallstelle zum Blaulichtzentrum bzw. danach weiter ins Landesklinikum Mistelbach seien laut Aussage der behandelnden Ärzte Nervenäste abgetrennt worden. „Bei einem fixierten Transport wäre mein derzeitiger Zustand möglicherweise besser“, beklagt der Neusiedler sein Schicksal. Nun möchte er, dass das Groß-Enzersdorfer Rote Kreuz zur Rechenschaft gezogen wird.

Die NÖN konfrontierte Bezirksstellenleiter Johann Wimmer (Bild unten) mit den Vorwürfen. Seitens des Roten Kreuzes kam bis Redaktionsschluss jedoch keine Stellungnahme.

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