Anrainer-Leid: "Wir wurden enteignet“. Bürger beklagt, dass Weg hinter seinem Grundstück von Familie blockiert werde und er deshalb seine Halle nicht nützen könne. VP-Ortschefin sucht bereits nach einer Lösung.

Von Manuel Mattes und Edith Mauritsch. Erstellt am 10. Juni 2017 (04:52)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
VP-Ortschefin Marianne Rickl: „Weg soll weiterhin öffentlich nutzbar sein.“
Archiv

Herbert Schmitzer ist erbost: „Einige Anrainer aus meiner Straße (Fürstengarten, Anm.) und ich können nicht auf die Rückseite unseres Grundstücks zufahren. Den Weg hinter unseren Liegenschaften nimmt eine Familie für sich in Anspruch und die Ortsregierung sieht tatenlos zu. Wir wurden quasi enteignet.“ Schmitzer habe eine Halle an der Rückseite seines Grundstücks errichten lassen, die er aber nicht nützen könne, weil der dort vorbeiführende Weg ja blockiert werde.

Eine Nachschau bei der Gemeinde ergab Folgendes: Schon in den ältesten Katastermappen aus 1908 weist das als Weg benützte Gemeindegrundstück eine der heutigen Form sehr ähnliche Konfiguration auf, soll an der schmalsten Stelle nur knapp 1,25 Meter breit sein und nimmt laut Grundbuch insgesamt nur eine Fläche von knapp über 1.000 Quadratmetern ein.

Streit zieht sich bereits seit Jahren hin

Die Diskussion über die Benützbarkeit scheint sich auch schon eine Weile hinzuziehen, so waren schon die Altbürgermeister Leopold Thaller und Helmut Brandtner damit befasst. In die Amtszeit des Letzteren fällt auch ein Gemeinderatsbeschluss, der angeblich eine Lösung in sich bergen sollte. Da dieser allerdings in der nicht-öffentlichen Sitzung vom Juli 2014 gefällt wurde, bleibt der Redaktion der Inhalt verwehrt.

VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl ist mit der derzeitigen Situation ebenfalls nicht glücklich: „Mit dem digitalen Flächenwidmungsplan wird es möglich sein, Widmungsgrenzen genau zu lokalisieren. Wenn die Genehmigungen des Landes NÖ vorliegen und der Plan in Rechtskraft erwachsen ist, können wir mit Verkehrsexperten der BH eine Begehung machen und schauen, was sich machen lässt.“ Den Vorwurf des Nichtstuns weist die Ortschefin von sich, natürlich sei man an einer Lösung interessiert. Der Weg solle öffentlich nutzbar sein.