Interne Kritik: Ortspartei ohne Obmann. Der Ehrenvorsitzende der SP-Ortsfraktion, Franz Schuscha, beklagt „schlechten Zustand“ seiner Partei. Nach Rücktritt von Peter Berthold läuft Suche nach einem neuen Chef.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 02. April 2018 (02:35)
Mauritsch
Der bisherige Vorsitzende der SP- Ortsfraktion, Peter Berthold, legt seinen Vorsitz der SP-Ortsfraktion Groß-Schweinbarth zurück. Nun ist die Stelle vakant

„Die Ortspartei befindet sich im freien Fall“, macht der Ehrenvorsitzende der SP-Ortsfraktion, Franz Schuscha, seinem Ärger über den seiner Meinung nach schlechten Zustand der SPÖ in der Gemeinde deutlich Luft. Der bisherige Obmann Peter Berthold hat sein Amt zurückgelegt und obwohl die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen ausgeschriebenen war, lag kein Wahlvorschlag vor, erzählt Schuscha.

„Es gab keinen Bericht über Tätigkeiten, nur Gemaule. Die Sitzung wurde abgebrochen“, schildert der Ehrenvorsitzende den Verlauf. Auch seien nur noch vier SP-Gemeinderäte (Anmerkung der Redaktion: von insgesamt neun) auch Mitglieder der Partei. Dazu kommt, dass, so Schuscha, die Partei viel zu wenig präsent ist: „Man hat bei den letzten Wahlen quasi nichts von der SP gehört.“

„Fortsetzung, wenn ein Vorschlag vorliegt“

Die NÖN fragte bei der SP-Bezirksgeschäftsstelle nach, wie es organisatorisch nun weitergeht. Medienmanager Erwin Nußbaum erklärt: „Statutarisch wird die abgebrochene Jahreshauptversammlung fortgesetzt, wenn ein Wahlvorschlag vorliegt. Bis dorthin übernimmt der bisherige Stellvertreter Johann Scheidl. Der Posten des Obmannes ist zwischenzeitlich vakant.“

Der ehemalige Vorsitzende, Peter Berthold, legt seine Beweggründe dar: „Es liegt an mehreren Umständen – der neuen Gemeindeführung, dem Vorstand und Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen.“ Er hofft, dass sich bald ein geeigneter Kandidat findet.

Berthold übernahm den Vorsitz vor einigen Jahren von Susanne Venos, die ihr Amt krankheitsbedingt zur Verfügung gestellt hatte. Seit der Gemeinderatswahl 2015 ist die SP nach rund einem Jahrzehnt an der Spitze nun in der Opposition.