Nach aus für Schweinbarther Kreuz kochte Volkszorn über. Bei Info-Event taten Bürger ihren Unmut über das Ende der Bahnlinie lautstark kund. VOR: „Buslösung wird nicht bloß von kurzer Dauer sein.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 18. April 2019 (04:20)
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Die Pensionisten-Wandergruppe Auersthal unter Obmann Franz Fellner nutze ihre Donnerstagswanderungen füreinen Protestmarsch nach Groß-Schweinbarth.

Der ÖBB-Entscheid über die Einstellung des Schweinbarther Kreuzes löst in den betroffenen Gemeinden und beim Land NÖ hektische Betriebsamkeit aus. Wie berichtet, sollen ab September Busse fahren. Bei Informationsveranstaltungen wurden die Bürger mit Details versorgt.

VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl sprach ihre Grußworte mit steinerner Miene: „Die Entscheidung ist unangenehm, vor allem die Art und Weise, wie sie vonstattengegangen ist.“ Die Vertreter von Land NÖ und VOR hatten ihre liebe Not, die aufkochende Volksseele im Zaum zu halten, schienen die Reihen doch gut mit Bahnmitarbeitern und VIDA-Vertretern besetzt, wobei Letztere die Gelegenheit für Protestkundgebungen nicht ungenützt ließen.

Werner Pracherstorfer, Leitung der Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten des Landes, und Michael Reinbacher vom VOR versuchten, die Fragen der Besucher zu beantworten – und derer gab es viele. Anschauliche Pläne über Streckenführung und Haltestellen ergänzten die Ausführungen.

"Die Ausschreibungen sind auf zehn Jahre konzipiert"

Rund 3,5 Millionen Euro pumpt das Land in das Busangebot, das mehr und nähere Haltestellen sowie eine höhere Taktung bieten soll, ebenso wie neue Anbindungen, unter anderem an die Klinik Mistelbach.

Im Publikum saßen jedoch fast ausschließlich kritische Zuhörer. Sie glaubten dem Land nicht, dass die Einstellung der Bahn nur Sache der ÖBB war, dass genug Anstrengungen unternommen wurden, die Linie zu attraktiveren, und schon gar nicht, dass die Alternativbuslinien von Dauer sind. Immer wieder gab es auch Wortmeldungen aus dem Publikum: „Wem darf ich meine Kontonummer geben, um den Wertverlust auszugleichen?“, so ein neu zugezogener Bürger. VOR-Pressesprecher Georg Huemer versicherte indes, dass die Buslösung nicht von kurzer Dauer sei: „Die Ausschreibungen sind auf zehn Jahre konzipiert.“ Auch sollen die Fahrzeiten denen der Bahn angeglichen werden.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“, versuchten die VOR-Vertreter, Beständigkeit zu signalisieren. Die Ladestationen für die E-Busse werden in Wolkersdorf und Gänserndorf entstehen, in Raggendorf neben dem FF-Gelände wird der UmsteigeKnotenpunkt errichtet.

Seitens der Landespolitik „verirrte“ sich nur Georg Ecker, Abgeordneter der Grünen zum Landtag aus Hollabrunn, zur Veranstaltung. Die Grünen stellten auch einen Antrag zur Erhaltung dieser Bahnlinie, der wurde aber abgelehnt.